Über 500 Trauernde nahmen Abschied von Essener Sturmopfern

Wolfgang Kintscher
ine Buche erschlug den 39-Jährigen und dessen Nichte.
ine Buche erschlug den 39-Jährigen und dessen Nichte.
Der 39-jährige Mann aus Altenessen und seine elfjährige Nichte, die in Gelsenkirchen im Sturm während einer Autofahrt von einem Baum erschlagen wurden, werden in der Türkei bestattet. Mehr als 500 bewegte Trauergäste nahmen am Dienstag in der Fatih-Moschee Abschied von ihnen. Die Frau des 39-Jährigen, jetzt Witwe, ist im neunten Monat schwanger.

Essen. Sie wollten schwimmen gehen, im Activarium des Revierparks Nienhausen, als der umstürzende Baum so jäh ihr Lebenslicht auslöschte. Gerade mal 24 Stunden später liegen der Leichnam des 39-jährigen Altenessener Familienvaters und seiner elfjährigen Nichte in einem Transporter des Bestattungsunternehmens Gurbet, bereit zum Flug in die Türkei.

„Das ist unsere Tradition: Je schneller der Abschied kommt, desto kürzer ist der Schmerz“, sagt einer der mehr als 500 bewegten Trauergäste, die den Weg zur Fatih-Moschee an der Schalker Straße gefunden haben. Es ist das letzte Geleit für den jungen Mann, der mit seiner Tochter und den beiden Kindern seines Bruders den Ferienausflug unternahm, ein beliebter, hilfsbereiter Kerl, wie sie sagen, Mitarbeiter der Aluhütte in Bergeborbeck und kurz davor, erneut Vater zu werden. Seine Frau, jetzt Witwe, ist im neunten Monat schwanger.

Anteilnahme ist groß - selbst aus Belgien reisen Trauernde an

Es ist das Schicksalhafte, das sie alle fassungslos macht: Auch deshalb ist die Anteilnahme so groß, aus vielen Teilen der Republik, selbst aus Belgien und den Niederlanden sind Freunde und Verwandte zum Trauern nach Essen gekommen. Tochter und Neffe, die mit im Auto saßen, hatten beim Unfall nur leichte Blessuren davongetragen.

Die sterblichen Überreste der beiden Sturmopfer wurden bereits über Istanbul nach Malatya geflogen. In der ostanatolischen Stadt, Heimat ihrer Familie, sollen sie am Mittwoch begraben werden.