Turnhalle der Stiftsschule in Essen-Stadtwald wird saniert

Wasserschaden in der Turnhalle: An der Stiftsschule müssen sie derzeit mächtig improvisieren.
Wasserschaden in der Turnhalle: An der Stiftsschule müssen sie derzeit mächtig improvisieren.
Foto: Ulrich von Born
Seit Wochen ist die Halle der Grundschule in Essen-Stadtwald gesperrt, weil der komplette Boden schimmelt. Anfang des Jahres will die Stadt sanieren.

Essen-Stadtwald. Der Sanierungsstau an Essener Schulen zieht Kreise. Etwa an der Stiftsschule in Stadtwald. Seit über zwei Monaten ist dort die Sporthalle gesperrt, weil nach einem Wasserschaden Schimmel unterm Hallenboden aufgetaucht war. Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels, denn am Montagabend stellte die Stadt fast spontan eine Generalsanierung der Turnhalle in Aussicht, die bereits Anfang des Jahres beginnen soll.

Kurz nach den Sommerferien war der Wasserschaden wie berichtet aufgefallen, etwas später dann der Schimmelbefall. Vorsichtshalber wurde die Halle gesperrt, was bei Ulrike Nolte auf uneingeschränkte Zustimmung stieß. Was die Schulleiterin jedoch seitdem überhaupt nicht verstand: „Bislang ist nichts passiert.“ Natürlich wisse sie, dass die Stadt in Anbetracht der finanziellen Lage „keine spontanen Lösungen aus dem Hut zaubern kann, aber wir würden schon gerne wissen, worauf wir uns einstellen müssen“. Derzeit schimmele der Boden vor sich hin, „es hat aber noch niemand nachgeguckt, woher der Schimmel kommt“.

Das sagte Nolte gegen Mittag, als sie noch nicht wissen konnte, dass die Stadt bereits ein entscheidendes Stück weitergekommen war. „Die Untersuchungen der Gutachter sind mittlerweile abgeschlossen und haben ergeben, dass die gesamte Unterseite des Bodenaufbaus Schimmelbefall aufweist“, so Stadtsprecherin Jasmin Trilling am Abend. Anfang des kommenden Jahres soll nun der komplette Boden ausgebaut und saniert werden, die Ausschreibungen für diese Arbeiten würden kurzfristig auf den Weg gebracht.

Und: Da neben dem gesamten Hallenboden auch die Heizung und das Dach der kleinen Sporthalle erhebliche Mängel aufweisen, will die Stadt zu einer Art Komplettsanierung ansetzen und in einem Abwasch auch diese Schäden beheben. Wie lange es dann allerdings braucht, bis wieder Sport getrieben werden kann in der kleinen Halle, könne Stand heute niemand sagen.

Ein Fahrplan, der Noltes zwischenzeitliche Verärgerung durchaus relativieren dürfte: „Da eine Sanierung je nach Größenordnung ja mitunter europaweit ausgeschrieben werden muss, kann ich mir nicht vorstellen, dass zu Beginn des neuen Schuljahrs im Sommer 2017 alles wieder gut ist“, hatte sie noch am Montagmittag gesagt. Und auch, dass sie interessierten Eltern derzeit keine seriöse Antworten auf Fragen zur zukünftigen Turnhallennutzung geben kann.

Wie auch immer: Bis die Halle wieder zu nutzen ist, heißt es: improvisieren. Die Schüler der jeweils zwei dritten und vierten Klassen weichen aktuell in die Turnhalle der Gesamtschule Süd oder ins Regattahaus am Baldeneysee aus, dort haben mittlerweile auch Erst- und Zweitklässler Sportunterricht. Ulrike Nolte: „Eine Doppelstunde in der fünften und sechsten Stunde, was bei den Kleinen aber nicht optimal ist.“ Hier und da nutzt das Kollegium auch die kleine Pausenhalle.

Eltern legen Unterschriftenliste aus

Improvisieren muss auch ihre Kollegin Anke Seifert, Leiterin der Ardeyschule in Rellinghausen. Die verfügt lediglich über einen kleinen Turnraum, der auch nur bedingt zur Verfügung steht. Bislang kamen Ardeyschüler an die Stiftsschule zum Turnunterricht, das geht aktuell ebenfalls nicht mehr.

Um ihren Sorgen und den bis gestern offenen Fragen weiter Ausdruck zu verleihen, hat die Elternpflegschaftsvorsitzende der Stiftsschule, Am­bra Stachow, alle Interessierten aufrufen, an diesem Freitag, 25. November, zur Schule zu kommen. Zwischen 16 und 18.30 Uhr gibt es nicht nur den traditionellen Adventsbasar, auch werden Unterschriftenlisten für mehr Transparenz ausliegen, die dann der Stadt übergeben werden sollen.

„Was die Stadt bislang dazu erklärte, war doch nur Wischiwaschi“, sagte Stachow. Seit gestern gibt es immerhin etwas Klarheit.

 
 

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