Trendwende bei Unfallzahlen - Polizei weitet Kontrollen aus

Kai Süselbeck
Achtung, Kontrolle: Bereits im Februar machte die Polizei eine Schwerpunktkontrolle entlang der Rüttenscheider Straße.
Achtung, Kontrolle: Bereits im Februar machte die Polizei eine Schwerpunktkontrolle entlang der Rüttenscheider Straße.
Foto: WAZ FotoPool
Die Unfallzahl der im Verkehr verunglückten Fußgänger und Radfahrer ist zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder leicht zurückgegangen. Damit das so bleibt, hat die Polizei weitere Schwerpunktkontrollen angekündigt. Denn die statistisch schlimmsten Unfall-Monate kommen erst noch.

Essen. Erstmals seit Jahren geht die Zahl der im Verkehr verunglückten Fußgänger und Radfahrer wieder leicht zurück. Die Polizei hofft, mit ihren Schwerpunktkontrollen dazu beigetragen zu haben. Damit der Trend sich stabilisiert, hat sie weitere Kontrollen angekündigt.

303 Radler (plus 24 Prozent im Vergleich zu 2010) und 455 Fußgänger (plus 26 Prozent im Vergleich zu 2010) sind im vergangenen Jahr auf Essens Straßen verunglückt. „Das wird das Schwerpunktthema in diesem Jahr sein“, hatte die Polizei schon bei Vorlage der Statistik angekündigt und schon Ende Februar eine Schwerpunktkontrolle bei Radlern und Fußgängern entlang der Rüttenscheider Straße durchgeführt. „Besonders bedauerlich ist die hohe Zahl der verletzten Kinder, die zusammen mit älteren Mitbürgern die schwächsten und anfälligsten Verkehrsteilnehmer darstellen“, sagt Polizeisprecher Peter Elke. 237 Kinder wurden verletzt und 277 Senioren.

Radler und Fußgänger oft selbst verschuldet

Bei der Analyse der Unfällen haben die Experten des Verkehrsdezernats festgestellt: Bei der Hälfte der Unfälle haben Radler und Fußgänger den Unfall selbst verschuldet, bei der anderem Hälfte waren es Autofahrer. Schwerpunktmäßig kontrollierten die Beamten deshalb auch Fußgängerampeln und Einbahnstraßen, wo Fußgänger und Radfahrer oft die einfachsten Regeln der Straßenverkehrsordnung missachteten.

Ergebnis der Kontrollen: Mehr als 1000 Fußgänger wurden allein bis zum Oktober in diesem Jahr gebührenpflichtig verwarnt. Die mehr als 700 geahndeten Verstöße der Radfahrer folgten nur knapp. Und: Bis Oktober registriert die Polizei einen leichten Rückgang der Unfallzahlen. „Der Trend ist gut“, sagt Elke.

Bekleidung kann helfen

Die Polizei weiß allerdings auch: die statistisch schlimmsten Monate kommen erst noch. Und da geht es nicht nur um die Beachtung von Verkehrsregeln. Auch die Sichtbarkeit im Verkehr spielt eine wichtige Rolle. „Mit Beginn der dunklen Jahreszeit holen ältere Leute die dunklen Sachen heraus und werden eins mit ihrer Umgebung“, sagt der Polizeisprecher. Deshalb appelliert die Polizei an Kinder wie an Senioren: Macht euch sichtbar! Elke: „Und wenn es nur ein Regenschirm mit Reflektorstreifen ist: Schon der kann helfen.“

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass helle und auffällige Bekleidung erheblich dazu beiträgt, von anderen Verkehrsteilnehmern schneller und bewusster wahrgenommen zu werden.