Essen

„Trauriges Schlusslicht“: Greenpeace gibt „Grüne Hauptstadt“ Essen miese Noten

Essen schneidet im Mobilitäts-Ranking von Greenpeace besonders gut ab.
Essen schneidet im Mobilitäts-Ranking von Greenpeace besonders gut ab.
Foto: Socrates Tassos /Funke Foto Services/Symbolbild
  • Essen schneidet im Mobilitätsranking der 14 größten deutschen Städte schlecht ab
  • Hier fährt kaum jemand Fahrrad - die Pkw-Dichte ist besonders hoch
  • Das liegt laut Greenpeace an mangelnden Alternativen zum Auto
  • Die Stadt Essen verteidigt sich mit verschiedenen Maßnahmen

Essen feiert sich seit Jahresanfang als „Grüne Hauptstadt“. Doch die Umweltorganisation Greenpeace stellt der Stadt jetzt in ihrem neuen Mobilitäts-Ranking ein mieses Zeugnis aus.

In dem Ranking hat Greenpeace die 14 größten deutschen Städte in Sachen „Neue Mobilität“, „Umwelt und Gesundheit“ und „Erreichbarkeit“ gecheckt. Essen landete auf Platz 12 und ließ nur noch Hannover und Düsseldorf hinter sich. Gewinner ist Berlin vor München.

Essen fiel vor allem beim Thema „Neue Mobilität“ - also dem Anteil von Fahrrad- und Pkw-Sharing sowie bei der Pkw-Dichte - durch.

„Mehr Pkw und weniger Rad geht kaum“

Fazit Greenpeace: „Mehr Pkw und weniger Rad geht kaum. Nur in Stuttgart werden mehr Wege mit dem Auto zurückgelegt als in Essen. Die 54 Prozent Autoanteil machen Essen zusammen mit einem Radverkehrsanteil von nur knapp fünf Prozent damit zum traurigen Schlusslicht bei der nachhaltigen Verkehrsmittelwahl.“

Greenpeace listet auch die Gründe für Essens mieses Abschneiden auf: „Ohne attraktive Alternativen wundert es nicht, dass vielen das eigene Auto als bequemere Wahl erscheint.“

Schlechte Infrastruktur

Das liege zum einen an einem geringen Angebot stationsgebundener Car-Sharing-Fahrzeuge, zum anderen an zu wenigen Tram-, S- und U-Bahnstationen. Greenpeace kritisiert vor allem die veraltete Infrastruktur: „Der Weg zur nächsten Tram, S- oder U-Bahn ist lang in Essen. Kein Wunder, dass viele Menschen in Essen aufs Auto setzen, wenn ihre Wohnung weit von der nächsten gut angebundenen Bahnstation liegt.“

Durch die vielen Autos schneidet Essen auch bei der Luftqualität schlecht ab.

Nur Freizeitradler kommen in Essen auf ihre Kosten: Greenpeace lobt die Radwege als besonders gut ausgeschildert.

Wie reagiert die Stadt Essen auf die Studie?

Die Stadt Essen reagiert verschnupft auf die Studie und kritisiert die Methoden und die mangelnde Einbindung der Kommunen. Außerdem listet die Stadt verschiedene Maßnahmen auf, mit denen der Fahrradfahrer-Anteil in Essen gesteigert werden soll - zum Beispiel das „GreenTicket“ der EVAG oder den Ausbau des Radwegenetzes.

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(mto)