Tram-Station Berliner Platz wird für sechs Monate gesperrt

Bleiben Sie im Zug! Vom 11. Januar bis zum 11. Juli fahren die Straßenbahnen am Berliner Platz ohne Stopp durch. Die komplette dritte unterirdische Ebene wird zur Baustelle. Ein riesige Gipswand trennt dann den Bahnsteig vom Gleis
Bleiben Sie im Zug! Vom 11. Januar bis zum 11. Juli fahren die Straßenbahnen am Berliner Platz ohne Stopp durch. Die komplette dritte unterirdische Ebene wird zur Baustelle. Ein riesige Gipswand trennt dann den Bahnsteig vom Gleis
Foto: WAZ
Die unterirdische Straßenbahn-Station wird für sechs Monate zum Geisterbahnhof. Fünf Linien fahren ohne Stopp durch. 15 000 Fahrgäste sind betroffen.

Essen. Zigtausende Fahrgäste müssen sich in der City bald einen neuen Weg suchen. Die Straßenbahnen von gleich fünf Linien stoppen ab dem 11. Januar nicht mehr am zentralen Haltepunkt Berliner Platz, der direkt an das Einkaufszentrum Limbecker Platz anschließt. Die Züge fahren einfach durch. Und das sechs Monate lang. Einer der wichtigsten Straßenbahn-Haltepunkte wird zum Geisterbahnhof.

So etwas hat es in Essen noch nicht gegeben: Die dritte unterirdisch gelegene Ebene des Bahnhofes Berliner Platz, die ausschließlich von den Straßenbahnen angefahren wird, muss für die anstehende 6,3 Millionen Euro teure Sanierung komplett gesperrt werden. 15.000 Fahrgäste der Linien 101/106, 103, 105 und 109 , die sonst dort täglich ein- und aussteigen, müssen einen Umweg nehmen. Am Haltepunkt Berliner Platz werden sie von ihrem Sitzplatz aus nur noch auf eine riesige Gipswand schauen können, die direkt an der Bahnsteigkante hochgezogen wird. Die Straßenbahnen stoppen erst wieder an den Stationen Rheinischer Platz oder Thyssen-Krupp in Gegenrichtung.

Evag will auf Teilsperrungen verzichten

Zwar könnte die Essener Verkehrsgesellschaft Evag wie beim U-Bahnhof Rathaus Essen mit der Modernisierung beginnen, ohne die Bahnsteige für mehrere Linien voll abzuriegeln. „Aber die Arbeiten hätten dann zwei Jahre statt sechs Monate gedauert. Und das wäre dann zu teuer gewesen.“, gibt Bertram Gröpper zu bedenken, bei Evag und Via der zuständige Mann für den Ingenieurbau.

Zudem wären auch bei laufendem Betrieb immer wieder Teilsperrungen, wenn auch zeitlich begrenzte, erforderlich gewesen. „Dieses Hin und Herr wollen wir unseren Fahrgästen nicht zumuten“, argumentiert Evag-Angebots-planer Nenad Rosic.

Vorerst kein Aufzug mehr

Da sei es besser, die Kunden würden sich von Anfang an auf die völlig veränderte Situation einstellen. Die Evag hat zwei Tipps:

Als alternativer Ein- und Aussteigepunkt für die Tram-Nutzer bietet sich der am nächsten gelegene Stopp „Rheinischer Platz“ an. Der liegt nur wenige Gehminuten rund 600 Meter entfernt. Und von dort aus sind auch alle weiteren Ziele in der City zu Fuß erreichbar.

Fahrgäste der Ringlinie 101/106 und der Linie 105 können am Hauptbahnhof umsteigen und mit der U11, U17 und U18 zum Berliner Platz fahren. Dort halten die U-Bahnen in der weiterhin geöffneten 2. Ebene. Auch die Buslinien 145, 166 und SB16 stoppen am Berliner Platz.

Aber: Mobilitätsbehinderte, die die Rolltreppe nicht benutzen können, müssen ganz auf den Berliner Platz verzichten, weil kein Aufzug mehr zur Verfügung steht. Der jetzige Lift wird abgerissen, weil er zu nah am Tram-Bahnsteig hält. Damit steht zwischen dem 11. Januar und dem 11. Juli kein Fahrstuhl zwischen den beiden Gleis-Ebenen (Straßenbahn und U-Bahn) und der oberen Verteilerebene zur Verfügung. Betroffene müssen am Halt Rathaus Essen oder am Hauptbahnhof in die Busse SB16, 145 und 166 umsteigen.

Die Einzelheiten zur Modernisierung

  • Die 25 jahre alte Tram-Station bekommt besseren Brandschutz mit Hilfe von verglasten Rauchsperren im Treppenbereich und einer Notsprechanlage.
  • Der Andrang am jetzigen Fahrstuhl ist zu stark. Deshalb werden zwei neue Aufzüge den alten ersetzen. Hinzu kommt ein Blindenleitsystem.

Die Station wird lichter: hellgrauer Anstrich, LED-Beleuchung, geschwungene blaue Deckenverkleidung. Die Fliesen in Orange kommen weg.

 
 

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