Tour de Rü: Das Interesse an Oldtimern ist ungebrochen

Frühlingsspektakel mit Tradition: Mehrer hundert Besucher an der Rüttenscheider Straße bestaunten die Oldtimer, darunter auch dieser Jaguar XK aus dem Jahr 1959 mit Brigitte und Peter Rust.
Frühlingsspektakel mit Tradition: Mehrer hundert Besucher an der Rüttenscheider Straße bestaunten die Oldtimer, darunter auch dieser Jaguar XK aus dem Jahr 1959 mit Brigitte und Peter Rust.
Foto: Socrates Tassos/FUNKE Foto Services
Die 13. Auflage der Tour de Rü mit 140 Oldtimern sorgte nicht nur in Essen für Aufsehen: Auch in Rheinberg säumten viele Besucher die Strecke.

Essen.. Düsterer Prognosen vieler Wetterfrösche zum Trotz, haben sich die Sonnenstrahlen bei der 13. Auflage der Tour de Rü wieder im Hochglanz-Chrom gespiegelt. „Wir hatten wirklich Glück“, sagte ein sichtlich erleichterter Rolf Krane, der die größte Oldtimer-Tour der Region gemeinsam mit einem engagierten Team auf die Beine gestellt hatte.

Rund 140 Oldtimer und sechs historische Motorräder waren am frühen Samstagmorgen am Stadtgarten in Richtung Niederlande aufgebrochen. Dabei sorgen die motorisierten Klassiker längst auch jenseits der Essener Stadtgrenze für Aufsehen: In Rheinberg, wo die Oldtimer-Parade einen kurzen Zwischenstopp einlegte, waren eigens die Hauptstraße gesperrt und ein kleines Fest auf die Beine gestellt worden. Die dort ansässige Familie Underberg, bekannt durch die gleichnamigen Spirituosen, bereitete den mehr als 300 Teilnehmern einen herzlichen Empfang. Und auch in Holland bestaunten viele Besucher die Liebhaberstücke vor der passenden Kulisse von Schloss Arßen.

Viele Teilnehmer auf der Warteliste

Zurück in Essen, feierte die Tour de Rü ihr Finale wieder bei der Fahrt über die Rüttenscheider Straße, dem so genannten „Concours d’Élégance“. Dabei werden die Wagen traditionell von einer Damen-Jury bewertet, die sich aus Lichtburg-Geschäftsführerin Marianne Menze, Helene H. Mahnert-Lueg von den gleichnamigen Fahrzeug-Werken, Susanne Kötter vom Traditions-Café, Messe-Architektin Annette Heydorn sowie Sabine Stebani vom Deutschen Rallye-Verband zusammensetzte. Ganz ohne Verpflichtungen konnte in diesem Jahr Ex-OB Reinhard Paß mitfahren, der mitsamt Ehefrau, Sohn und Schwiegertochter wieder mit seinem roten VW Käfer mitfuhr. Die Preisverleihung nahm zum ersten Mal Thomas Kufen vor.

Trotz der 13. Auflage konnten Jury und Besucher wieder viele Fahrzeuge bestaunen, die zum ersten Mal dabei waren. „Wir achten darauf, dass sich etwa 30 bis 40 Prozent der Fahrzeuge von denen im Vorjahr unterscheiden“, erklärte Rolf Krane, der die Tour problemlos ausweiten könnte. „Wir hatten allein in diesem Jahr 180 Anfragen. Das lässt sich aber schon logistisch kaum stemmen“, weiß auch Oldtimer-Experte Franz Maag, der die Tour erneut mit organisiert hatte. Auch an der Baujahr-Grenze 1965 wollen die Organisatoren – abgesehen von wenigen Ausnahmen – nicht rütteln: „Es wäre zwar schön, ein paar Youngtimer mit aufzunehmen – dann müssten wir aber wieder andere Wagen streichen. Keine einfache Aufgabe“, beteuerte Krane, der die Tour auch 2017 organisieren will. Das Interesse daran dürfte ungebrochen sein: 2978 Fahrzeuge werden zurzeit allein in Essen als Oldtimer eingestuft.

 
 

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