Essen

Tod in Uniklinik: Starb die junge Mutter (37) aus Essen wirklich an Masern? Polizei ermittelt

Peter Sieben
In der Essener Uniklinik war die 37 Jahre alte Frau gestorben: Neun Tage zuvor hatte ihr Hausarzt bei ihr die Masern diagnostiziert.
In der Essener Uniklinik war die 37 Jahre alte Frau gestorben: Neun Tage zuvor hatte ihr Hausarzt bei ihr die Masern diagnostiziert.
Foto: Ulrich von Born/ Funke Foto Services
  • 37-Jährige starb eine Woche nach Masern-Diagnose in der Essener Uni-Klinik
  • Zuvor hatte sie noch das Krankenhaus Philippusstift aufgesucht
  • Dort hielten die Ärzte einen stationären Aufenthalt für unnötig
  • Die Kripo will jetzt klären, ob die Frau wirklich an Masern starb oder durch andere Umstände

Essen. Abgeschlagenheit, Fieber und ein merkwürdiger Hautausschlag: Mit diesen Symptomen ging die Essenerin zu ihrem Hausarzt. Die Diagnose: Masern. Neun Tage später ist die Frau tot.

Gerade mal 37 Jahre alt ist die junge Mutter, als sie am 21. Mai in der Uniklinik Essen stirbt. Sie hinterlässt drei kleine Kinder.

2011 starb zuletzt ein Erwachsener an den Folgen der Masern

Der Fall hat bundesweit für Aufregung gesorgt: Zuletzt war in Deutschland 2011 ein erwachsener Mensch an den Folgen von Masern gestorben.

Nun scheint es Zweifel daran zu geben, dass die Frau tatsächlich direkt an Masern gestorben ist. Auch eine weitere Infektion beziehungsweise eine Medikamentenunverträglichkeit könnten den Tod herbeigeführt haben.

Kripo fordert Gutachten an

Die Kriminalpolizei hat jetzt ein Gutachten angefordert, das genau das klären soll, so ein Sprecher der Essener Polizei gegenüber DER WESTEN.

Nach wie vor ermittelt die Polizei in dem Fall - gegen wen genau, ist unklar. Klar ist: Die Patientin hatte vor ihrem Tod einen niedergelassenen Arzt und zwei Kliniken aufgesucht.

Rückblick:

Am 12. Mai diagnostiziert der Hausarzt Masern bei seiner Patientin. Und das, obwohl die Frau als Kind gegen Masern geimpft wurde. Allerdings nur einmal, was den damaligen Empfehlungen entsprach. Inzwischen empfiehlt die Ständige Impfkommission eine zweifache Impfung.

Klinikärzte: Stationärer Aufenthalt ist unnötig

Vier Tage später, am 16. Mai, scheint es der Frau so schlecht zu gehen, dass sie das Krankenhaus Philippusstift in Essen-Borbeck aufsucht. Die Ärzte untersuchen die Frau. Welchen Befund sie stellen, will das Krankenhaus nicht mitteilen - wegen der ärztlichen Schweigepflicht.

Aber sie sagen der Patientin, dass ein stationärer Aufenthalt nicht nötig sei und schicken die Frau nach Hause.

Gesundheitszustand verbessert sich nicht

Doch der Gesundheitszustand der jungen Mutter scheint sich nicht zu bessern. Nach weiteren drei Tagen geht sie am 19. Mai erneut zu ihrem Hausarzt. Der nimmt Kontakt mit dem Philippusstift auf.

Dort rät man, die Patientin in die Essener Uni-Klinik zu schicken. Die Klinik habe in diesem Fall bessere Behandlungsmöglichkeiten. Noch am selben Tag wird sie dort stationär untergebracht.

Zwei Tage später stirbt die Patientin

Wie genau die Behandlung der Ärzte aussah und ob die Mediziner Medikamente verabreichten, dazu will sich die Uni-Klinik derzeit nicht äußern - auch hier wegen der Schweigepflicht, so ein Sprecher.

Zwei Tage später, am 21. Mai, starb die 37-Jährige in der Uni-Klinik. Woran genau, ist immer noch unklar.

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