Essen

Thyssenkrupp in Essen: Stahl-Deal mit Konkurrenz geplatzt! Mitarbeitern droht jetzt DAS

Thyssenkrupp behält seine Stahlsparte. (Symbolbild)
Thyssenkrupp behält seine Stahlsparte. (Symbolbild)
Foto: dpa / Rolf Vennenbernd & Laci Perenyi

Essen. Thyssenkrupp hat die Gespräche über einen Verkauf seiner Stahlsparte an Liberty Steel abgebrochen.

Der Stahl-Deal mit dem Konkurrenten komme nicht zustande, weil die Preisvorstellungen beider Parteien zu weit auseinanderlagen, teilte Thyssenkrupp am Mittwochabend in Essen mit. Die Unsicherheit für Mitarbeiter geht jetzt trotzdem weiter.

Thyssenkrupp beendet Übernahme-Gespräche: Mitarbeitern droht jetzt DAS

Wie Thyssenkrupp weiter mitteilte, werde nun an einer Lösung gesucht, um die Stahlsparte aus eigener Kraft zukunftsfähig aufzustellen.

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Die rund 27.000 Beschäftigten aus dem Bereich des traditionsreichen Essener Unternehmens werden bei diesen Worten genau hinhören. Denn zuletzt drohten bittere Konsequenzen für viele Thyssenkrupp-Mitarbeiter: Die Rede ist von Einsparungen beim Personal.

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Thyssenkrupp will fleißig Stellen streichen

Kürzlich hatte Thyssenkrupp ordentlich in die Modernisierung der Stahlsparte investiert. Trotz Verlusten von fast einer Milliarde Euro in der Corona-Krise pulverte der Essener Konzern hier rund 700 Millionen Euro hinein. Dafür will Thyssenkrupp offenbar aber mehr Stellen streichen als bisher geplant.

„Die Pandemie hat unsere Finanzlage nochmals dramatisch verschärft“, betonte Unternehmenssprecher Bernhard Osburg zuletzt.

Deshalb müsse allen Beteiligten klar sein, „dass wir daher auch über weitere Personal- und Kostenmaßnahmen sprechen müssen, wenn wir nicht bisher Erreichtes und Vereinbartes gefährden wollen“. Wie vielen Beschäftigten das Aus droht, darüber gibt es noch keine Angaben.

Drohen jetzt Entlassungen bei Thyssenkrupp?

„Es war und ist immer unser Anspruch, beim Stahl keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen“, sagte Osburg im Gespräch mit der WAZ. „Ob wir das halten können, hängt aber auch von den Ergebnissen ab, die wir jetzt gemeinsam mit der Mitbestimmung erarbeiten müssen.“

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Tekin Nasikkol, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Thyssenkrupp Steel prangerte in der letzten Woche das Vorgehen von Thyssenkrupp an. Die Akündigung von Sparmaßnahmen führe zu „noch mehr Unsicherheiten“ unter den Arbeitnehmern.

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Krupp während des Zweiten Weltkrieges

  • Gustav Krupp von Bohlen und Halbach wollte zunächst nichts von den Nazis wissen
  • Hitler schwärmte von dem Unternehmen
  • Krupp ließ Panzer, U-Boote, Waffen für Zweiten Weltkrieg produzieren
  • Allierten wollten deutschen Waffenlieferanten zerstören
  • Stadt Essen wurde deswegen zu 90 Prozent zerbombt

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Auch Knut Giesler stieß ins gleiche Horn: „Einen weiteren Personalabbau über die Presse anzukündigen, führt nur zu Frust, Wut und Unsicherheiten und erleichtert eine Lösungsfindung sicher nicht“, so der NRW-Bezirksleiter der IG Metall. Beide fordern nun transparente Gespräche mit dem Vorstand. (ak/dpa)