Thyssenkrupp wollte 6000 Stellen abbauen – erschreckend, wie viele es nun wirklich werden

Eigentlich sollten bei Thyssenkrupp 6.000 Stellen wegfallen. Es werden viel mehr.
Eigentlich sollten bei Thyssenkrupp 6.000 Stellen wegfallen. Es werden viel mehr.
Foto: imago images / Olaf Döring

Thyssenkrupp geht es gar nicht gut. Der Konzern aus Essen hatte bereits im letzten Jahr angekündigt, dass 6000 Stellen gestrichen werden müssen. Doch nun steht eine ganz neue Zahl im Raum.

Am Donnerstag veröffentlichte Thyssenkrupp Bilanz des letzten Geschäftsjahres. Und die fällt nicht gut aus. Der Stellenabbau des Stahl- und Industriekonzerns trifft vor allem die Standorte in Deutschland.

Thyssenkrupp: 3600 Stellen bereits gestrichen

„Wir befinden uns mitten im größten Restrukturierungsprozess seit Bestehen von Thyssenkrupp. Dazu gehört auch ein weiterer Stellenabbau, daran führt leider kein Weg vorbei“, erklärte Personalvorstand Oliver Burkhard.

3600 Stellen wurde bereits gestrichen. Viele weitere werden folgen. Thyssenkrupp kündigte 2019 an, dass insgesamt 6000 Menschen ihren Job verlieren werden. Jetzt hat sich die Situation dramatisch verschlechtert. 5000 weitere Stellen, also insgesamt 11.000 fallen dem Rotstift zum Opfer.

Konzern-Chefin Martina Merz: „Wir sind bei der Transformation von Thyssenkrupp erste kraftvolle Schritte nach vorn gegangen. Es liegt aber noch ein gutes Stück Weg vor uns. Wir werden noch weiter in den ‚roten Bereich‘ gehen müssen, ehe wir Thyssenkrupp zukunftsfähig aufgestellt haben.“

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Krupp während des Zweiten Weltkrieges

  • Gustav Krupp von Bohlen und Halbach wollte zunächst nichts von den Nazis wissen
  • Hitler schwärmte von dem Unternehmen
  • Krupp ließ Panzer, U-Boote, Waffen für Zweiten Weltkrieg produzieren
  • Allierten wollten deutschen Waffenlieferanten zerstören
  • Stadt Essen wurde deswegen zu 90 Prozent zerbombt

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Der Konzern wisse noch nicht, wie es nach der Corona-Pandemie weitergehen soll. „Deshalb werden wir noch härter in allen Geschäftsbereichen an der Performanceverbesserung arbeiten. Außerdem streben wir eine Lösung für das Stahlgeschäft an und werden Richtungsentscheidungen für unsere Multi Tracks-Geschäfte treffen.“

Thyssenkrupp: 5,5 Milliarden Euro Verlust

Betriebsbedingte Kündigungen seien „nach wie vor die Ultima Ratio“, versicherte Burkhard. „Wir können sie im Moment aber nicht ausdrücklich ausschließen.“

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Thyssenkrupp machte im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 5,5 Milliarden Euro. Der Auftragseingang ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent zurück, der Umsatz um 15 Prozent auf 28,9 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Im vierten Quartal von Juli bis Ende September hätten sich die Geschäfte aber „stabilisiert“.

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Über die Zukunft der Stahlsparte will Thyssenkrupp bis zum Frühjahr entscheiden. Merz erklärte: „Wir sind noch nicht da, wo wir hinmüssen. Die nächsten Schritte können schmerzhafter werden als die bisherigen. Wir werden sie dennoch gehen müssen.“ (ldi/afp)

 
 

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