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Thyssenkrupp: Konzern kündigt Hiobsbotschaft an – „Noch mehr Unsicherheiten“ bei Arbeitern

Weitere Kostensenkungen bei Thyssenkrupp sind geplant – mit bitteren Konsequenzen für viele Arbeitnehmer. (Symbolbild)
Weitere Kostensenkungen bei Thyssenkrupp sind geplant – mit bitteren Konsequenzen für viele Arbeitnehmer. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Rupert Oberhäuser

Essen. Auf den ersten Blick klingt es nach einem Grund zur Freude: Thyssenkrupp schreibt trotz des vergangenen Corona-Jahres 2020 seit langem wieder schwarze Zahlen.

Doch komplett spurlos ist die Pandemie nicht am Konzern vorübergegangen. Weitere Kostensenkungen bei Thyssenkrupp sind geplant – mit bitteren Konsequenzen für viele Arbeitnehmer.

Thyssenkrupp investiert rund 700 Millionen in Stahlwerke

„Wir spüren Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung und unsere Maßnahmen tragen erste Früchte“, so Vorstandschefin Martina Merz am Mittwoch. „Wir haben schwarze Zahlen geschrieben, noch sind wir aber nicht über den Berg.“

Für die Modernisierung seiner Stahlsparte gab Thyssenkrupp Investitionen von gut 700 Millionen Euro frei. Damit sollen die Werke in Duisburg und Bochum an die gestiegenen Anforderungen der Autoindustrie angepasst werden.

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Doch um diese Summen einszusetzen, muss an anderen Ecken eingespart werden – wie etwa beim Personal.

Beim Personal soll gespart werden

„Die Pandemie hat unsere Finanzlage nochmals dramatisch verschärft“, betonte Bernhard Osburg, Sprecher des Vorstands der Stahlsparte von Thyssenkrupp. Deshalb müsse allen Beteiligten klar sein, dass wir daher auch über weitere Personal- und Kostenmaßnahmen sprechen müssen, wenn wir nicht bisher Erreichtes und Vereinbartes gefährden wollen“. Konkrete Zahlen nannte Osburg nicht.

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Die Arbeiter befürworten zwar die dringend benötigten Investitionen in die Stahlwerke – doch die Ankündigung der neuen Sparmaßnahmen schaffe „noch mehr Unsicherheiten“, kritisiert Tekin Nasikkol, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Thyssenkrupp Steel. Der Vorstand müsse „lückenlose Transparenz über die weiteren Pläne“ schaffen.

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Auch der NRW-Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler, forderte klare Informationen. „Einen weiteren Personalabbau über die Presse anzukündigen, führt nur zu Frust, Wut und Unsicherheiten und erleichtert eine Lösungsfindung sicher nicht.“ (at, mit dpa)