Thyssen-Krupp - Lösung für Sportpark im Krupp-Gürtel in Essen in Sicht

Die neue Seite des Krupp-Gürtels im Bild.
Die neue Seite des Krupp-Gürtels im Bild.
Foto: EMG
EIn Teil des südlichen Krupp-Parks soll mehreren Kunstrasenplätzen geopfert werden. Das löste im Konzern Thyssen-Krupp einiges Stirnrunzeln aus. Kann ein Alternativ-Grundstück den Streit um die geplante Sportanlage beilegen?

Essen.. EIn Teil des südlichen Krupp-Parks soll mehreren Kunstrasenplätzen geopfert werden. Das löste im Konzern einiges Stirnrunzeln aus. Kann ein Alternativ-Grundstück den Streit um die geplante Sportanlage beilegen?

Am Fuße des Geländes verkaufte ein Getränkehandel einst Durstlöscher aller Art, die Straße hoch schraubten Kfz-Monteure in windschiefen Baracken, und eine große leerstehende Halle bot Essens Karnevalisten Unterschlupf für die Motivwagen beim Karnevalszug. Lange her, das alles: Mittlerweile ist das gut 35.000 Quadratmeter große Plateau am Südzipfel des Krupp-Gürtels frei von Mietern – und wartet eingezäunt auf eine Zukunft als...

...als Sportgelände vielleicht? Drei Monate schwelt nun schon der Streit um die Frage, ob man gegenüber auf der anderen Straßenseite knapp die Hälfte des zweiten, des südlichen Krupp-Park-Geländes für eine große Sportanlage mit mehreren Kunstrasenplätzen opfern soll, statt sie – wie im Bebauungsplan vorgesehen – größtenteils zur Waldfläche aufzuforsten. Eine Debatte, die man bei Thyssen-Krupp mit einigem Befremden registrierte, weil der Konzern sie der NRZ entnahm.

Das war nicht nur eine Frage des Stils, so hört man im Umfeld des Unternehmens, sondern auch eine der Finanzen. Denn Thyssen-Krupp hatte das Park-Areal einst für einen eher symbolischen Preis von zwei Euro je Quadratmeter an die Stadt verkauft – und fühlt sich nun übervorteilt: Ein Grundstück für eine Sportanlage hätte man sich besser bezahlen lassen.

Grieperstraße ist vom Tisch

Ob die dreieckig zugeschnittene Fläche mit der Postadresse Frohnhauser Straße 95 einen Ausweg bieten kann? Eine stadtinterne Arbeitsgruppe hat das Gelände zwischen Frohnhauser Straße, Bahn-Linie und der ins Auge gefassten verlängerten Trasse des Berthold-Beitz-Boulevards gestern jedenfalls in die engere Auswahl genommen. Vom Tisch ist dagegen ein Ausweichgelände an der Grieperstraße in Altendorf, das schon mal für den Hauptbad-Ersatz herhalten sollte: zu umständlich zu erschließen, heißt es.

Bis Ende Juni soll nun geklärt werden, ob man die große Sportanlage mit zwei Sportplätzen, kleinen Spielfeldern, Warmgebäude und Parkplätzen komplett im Krupp-Park unterbringt, eine „kleine Lösung“ unter Beibehaltung des Sportplatzes Haedenkampstraße verfolgt oder das Plateau an der Frohnhauser entwickelt.

Areal ist auf Kante genäht

Dabei wird es um Zeitpläne genauso gehen wie um Baugrund-Untersuchungen, Fragen der Erschließung und künftige Betriebskosten. Das Alternativ-Gelände südlich der Frohnhauser Straße wäre zwar kurzfristig verfügbar und hinsichtlich des Planungsrechts womöglich unproblematisch, man müsste es Thyssen-Krupp allerdings noch abkaufen, und das Areal ist für die geplante Nutzung arg auf Kante genäht: Nur das eigentliche Plateau mit etwa 35.000 Quadratmetern Grund steht zur Verfügung, die Grundstücke am Straßenrand würde das Unternehmen dagegen gerne vermarkten.

Beim Krupp-Park wiederum müsste das vor kurzem erst festgezurrte Baurecht wieder geändert werden, und der dort geplante Wald für viel Geld an anderer Stelle entstehen, denn er war als Ausgleich für entfallenen Forst im Krupp-Gürtel gedacht. Unklar ist auch, ob eine Sanierung des Sälzerbachs an Ort und Stelle nicht das Vorhaben auf die lange Bank schieben könnte. Und ob man Thyssen-Krupp nach dem Hin und Her um das Wohngebiet „Grüne Harfe“ ein weiteres Mal vor den Kopf stieße.

Der Streit in der Stadtspitze findet dabei seine Entsprechung in der Politik, und nur in einer einzigen Frage scheinen sich die Beteiligten durchweg einig: Dass es ein in jeder Hinsicht lohnenswertes Unterfangen wäre, den Lidl-Markt an der Frohnhauser Straße auf den jetzigen Sportplatz an der Haedenkampstraße zu verlagern. Das Gebäude könnte als Umkleide, der Parkplatz als eben solcher genutzt werden. Wie’s ausgeht? Ende Juni wird entschieden.

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