Thilo Mischke verlässt Galileo-Container früher - Psychologe fürchtet um Gesundheit

Seit Sonntagabend wird Thilo Mischke im Glaskasten in der Essener City überwachtet. Die Beobachter erfahren jedes gesprochene und geschrieben Wort. Mischke zieht auf Empfehlung eines Psychologen einige Stunden früher aus.
Seit Sonntagabend wird Thilo Mischke im Glaskasten in der Essener City überwachtet. Die Beobachter erfahren jedes gesprochene und geschrieben Wort. Mischke zieht auf Empfehlung eines Psychologen einige Stunden früher aus.
Foto: WAZ FotoPool
"Lethargie. Müdigkeit. Schwäche. Lustlosigkeit. Kein positives Gefühl ist mehr übrig." So hatte Thilo Mischke, der Reporter im Galileo-Glaskasten, seinen Zustand bereits am Dienstag beschrieben. Nun beendet ProSieben das Experiment auf Anraten eines Psychologen früher als geplant." Und die Polizei berichtet Details der Messerstecherei unweit des Containers.

Essen.. Am Freitagabend verlässt der gläserne Reporter Thilo Mischke den Glascontainer, in den er vorigen Sonntag für das Überwachungsexperiment "We are watching you" des ProSieben-Magazins Galileo eingezogen war. Der 33-Jährige wird den Container allerdings früher als geplant verlassen. Das habe der Psychologe, der das Experiment betreut, der Redaktion geraten, erklärte der Sender am Freitagmorgen.

Galileo-Redaktionsleiterin Katja Hahn formuliert das in einer Mitteilung des Senders so: „Um Thilos Gesundheit zu schützen, beenden wir das Experiment auf Anraten unseres Psychologen einige Stunden früher als geplant." Eigentlich wollten Mischke und das Team in Essen noch bis zum späten Abend mit Interessierten auf der Kettwiger Straße feiern, das Experiment so ausklingen lassen, so der Sender. Nun aber werde Mischke zwischen 20 Uhr und 20.15 Uhr in der Live-Sendung ausziehen und sich dann zurückziehen. Das Experiment betreut Psychologe Prof. Thomas Kliche.

Kamerateam filmte flüchtenden Täter

Die Dauerbeobachtung durch Passanten, der intensive Austausch mit diesen und mit Nutzern im Netz, die Rund-um-die-Uhr-Überwachung durch fünf Kameras, obendrein die hohen Temperaturen im Glaskasten und jüngst die nächtliche Ruhestörung - all das hat Mischke zugesetzt.

In seinem Blog hatte er bereits am Dienstag, 22. Juli, geschrieben: "Lethargie. Müdigkeit. Schwäche. Lustlosigkeit. Kein positives Gefühl ist mehr übrig. Alles verbraucht." Im Interview mit dieser Zeitung hatte er auf die Frage, ob er das Experiment wiederholen würde, noch am Donnerstag geantwortet: "Nein.Niemals."

Auch zu der Messerstecherei, bei der am Donnerstagabend in der Nähe des Containers, auf der Kettwiger Straße, ein Mann schwer verletzt worden war, machte der Sender am Tag darauf nähere Angaben: Nicht eine der fünf fest installierten Webcams habe die Tat gefilmt. Stattdessen habe ein Kamerateam zum Tatzeitpunkt O-Töne von Passanten gesammelt - und dabei den flüchtenden Täter aufgenommen. Diese Aufnahmen hatten Beamte wie berichtet gesichtet.

Details der Messerstecherei auf der Kettwiger Straße

Die Polizei Essen berichtete am Freitag, 25. Juli, Details zu der Auseinandersetzung und von "deutlich voneinander abweichenden Aussagen" der Beteiligten. Nach den ersten Ermittlungen sei der Streit auf der Kettwiger Straße um 20.30 Uhr entbrannt.

Ein 22 Jahre alter Punk habe den 20 Jahre alten Mann aus Essen aus der Gruppe heraus mit Wasser bespritzt. Die Folge: eine Schlägerei. In deren Verlauf wurde der 22-Jährige durch einen Stich ins Bein schwer verletzt.Zudem seien weitere beteiligte, so die Polizei, verletzt worden. Der 20-Jährige sei Richtung Kennedyplatz davongelaufen, verfolgt von der Gruppe Punks. In einer Gaststätte konnten Zivilpolizisten den mutmaßlichen Täter festnehmen. Bei ihm fanden sie auch das Messer. Den genauen Ablauf ermittle nun das Kriminalkommissariat 34. (pw)

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen