TC Freisenbruch: Fans stellen zum ersten Mal Mannschaft auf

Bereit für Sonntag: Die Spieler des TC Freisenbruch
Bereit für Sonntag: Die Spieler des TC Freisenbruch
Foto: WAZ
  • Beim Kreisligisten TC Freisenbruch stellen die Fans ihre Mannschaft auf
  • In dem Managerspiele wird auch über den Bier- und den Bratwurstpreis abgestimmt
  • Trainer darf erst in der Pause Kicker und Positionen wechseln. Und er benötigt Fan-Vertrauen

Essen.. Wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei WM und EM spielt, fiebern 82 Millionen Fans im Land mit. Sie würden mit ihrem Sachverstand am liebsten Bundestrainer Joachim Löw reinreden und das Team selbst aufstellen. Der TC Freisenbruch hat nicht ganz so viele Fans wie die DFB-Auswahl und spielt statt WM oder EM nur in der Kreisliga. Aber hier dürfen die Fans ihre Mannschaft aufstellen. Am Sonntag, beim Duell um 11 Uhr gegen den Heisinger SV, zum ersten Mal in einem Meisterschaftsspiel.

„143 Fans aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien haben sich bei unserem Managerspiel angemeldet. Die stimmen über Bier- und Bratwurstpreis ab. Und wer wo spielt“, erklärt Peter Schäfer aus dem Vorstand des TC Freisenbruch.

Bunte Ideen aus der grauen Kreisliga

Der Verein will in den grauen Untiefen der Kreisliga auf sich aufmerksam machen und setzt auf bunte Ideen: Mit einer Krimi-Lesung im Waldstadion Bergmannsbusch, mit einer Radtour als Anfahrt zum Auswärtsspiel. Mit einem – leeren – Gehaltszettel des Teams. Jetzt mit dem Managerspiel, für das im Monat fünf Euro bezahlt werden müssen.

„Die Jungs sind kreativ. So ein Kreisligist hat sonst wenig Möglichkeiten, Aufmerksamkeit zu bekommen“, sagt Thorsten Flügel, Vorsitzender der über 120 Vereine im Fußballkreis. „Aber für Trainer Mike Möllensiep ist das sicher nicht einfach.“

Der darf erst in der Pause die Kicker und deren Positionen wechseln. Zudem haben sich nicht nur Freisenbrucher Spieler registriert und könnten sich selbst aufstellen. Auch Kicker von Gegnern sind gemeldet und beeinflussen die Startelf. „Wir sind gespannt, wer wen aufstellt“, sagt Peter Schäfer. Wenn es nicht läuft, steht auch der Trainer zur Debatte: Der genießt derzeit 94 Prozent Vertrauen. Sinkt das auf 15 Prozent, stimmen die Fans über seine Entlassung ab.

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