Essen

Tafel in Essen macht ernst: Menschen ohne deutschen Pass am Mittwochmorgen weggeschickt

Die Essener Tafel nimmt nur noch Neukunden mit deutschem Pass auf. Während die Entscheidung an vielen Stellen auf Kritik stößt, zeigen sich die Tafel-Kunden zufrieden.

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  • Tafel in Essen hat am Mittwochmorgen Ausländer weggeschickt
  • Sie sollen wiederkommen, wenn sie einen deutschen Pass haben
  • Viele sind von der Entscheidung begeistert

Essen. Am Mittwochmorgen hat die Tafel Essen 50 Neukunden aufgenommen - aber nur, wenn sie rechtzeitig da waren und einen deutschen Pass vorlegen konnten.

Rund 30-40 Leute waren schon eine Stunde vor der Ausgabe der Lebensmittelkarten an der Tafel. Viele ältere Menschen, zwischendrin eine junge Mutter mit ihrem Kind. Wenige Menschen mit offensichtlichem Migrationshintergrund.

„Ich habe von der neuen Regelung gehört. Ich selbst hatte jetzt ein Jahr Pause. Und muss mich jetzt wieder anmelden. Klar finde ich das gut, denn so habe ich größere Chancen, eine Karte zu bekommen“, sagt eine Frau (62) in der Schlange.

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Die Essener Tafel hatte in einer Krisensitzung am Dienstag die neue Regelung bestätigt, es sollen vorerst nur Menschen mit einem deutschen Pass neu angemeldet werden können.

Diese Regelung ist bereits seit dem 10. Januar in Kraft. Für viele Kunden der Tafel kommt sie gerade Recht, es habe viele Schubsereien und Gerangel gegeben. Vor allem von jungen Männern mit offensichtlichem Migrationshintergrund.

Der Vorsitzende der Tafel Jörg Sartor hatte die Entscheidung damit begründet, dass auch die Oma wieder kommen kann. Und keine Angst haben soll, dass sie in der Menge untergeht und vielleicht sogar noch weggeschubst wird.

Mann wurde mit seiner Frau weggeschickt

Unter den Menschen, die eine Neuanmeldung beantragen wollen, ist auch ein Mann mit seiner Frau. Sie sprechen nur gebrochenes Deutsch, Englisch gar nicht. Er wurde von den Mitarbeitern der Tafel weggeschickt. Denn er hat keinen deutschen Pass. „Ich soll in sechs Wochen wiederkommen, wenn ich einen Pass vom Amt bekommen habe“, sagt er lächelnd. Woher er kommt, will er nicht sagen.

Ein anderer Mann, um die 60 Jahre alt, kommt ebenfalls mit leeren Händen aus den Räumen der Tafel. „Ich habe das gar nicht gewusst, dass es nun für Menschen wie mich keine Karte mehr gibt. Das ist sehr schade. Ich kann es aber sogar verstehen, da haben wirklich viele oft gepöbelt. Nur schade, dass es mich nun auch trifft.“

Er hofft, dass die Entscheidung bald wieder aufgehoben wird, damit er auch eine Kundenkarte bekommen kann.

Angela Merkel hatte sich geäußert

Die neue Regelung hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt, sodass sich sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeschaltet hat. Sie sagte in einem RTL-Interview, dass sie die Regelung nicht gutheiße.

 
 

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