Virtual Nights - Zum Feiern verpflichtet

Foto: WAZ FotoPool

Essen.. Die Geschichte des Party-Portals Virtual Nights ist eines von vielen Märchen aus der Internetwelt. Während viele Ideen der New Economy längst gestorben sind, lebt das Essener Unternehmen noch heute - und das erfolgreicher denn je.

Ein Zeitsprung zurück ins Jahr 2000: Der New Economy wachsen gerade Flügel, jeder sieht im Internet das ganz große Geld. Kai Brökelmeier, damals Mitte 20, ist Consultant, sein Kumpel Marcus Lerche arbeitet als Kundenbetreuer bei einer Bank. Was die beiden Freunde verbindet, ist nicht nur ein sicherer Job, sondern auch der Spaß am Nachtleben. Die ersten Digitalkameras haben gerade den Markt erobert, als Brökelmeier und Lerche eine witzige Idee kommt: Warum nicht die Fotos vom Wochenende für alle Freunde zugänglich ins Netz stellen? Rund zehn Jahre später arbeiten mehr als 500 Fotografen für Virtual Nights Media, die pro Monat 1500 Veranstaltungen in ganz Deutschland besuchen. 2,5 Millionen Besucher klicken sich im Schnitt auf die Seite - in einem Zeitraum von vier Wochen.

Marketing-Konzepte für Lifestyle-Produkte als zweites Standbein

Die Zahlen kommen Kai Brökelmeier in Sekundenschnelle über die Lippen, in seinem großzügigen Büro an der Gärtnerstraße. Dort sitzt das Unternehmen, das sich damit rühmen kann, das größte Partyportals Deutschlands ins Leben gerufen zu haben. Ende des Jahres zieht die Firma in größere Räume im „Holtgreve-Bürohaus“ an der Kronprinzenstraße um. Auf über 350 Quadratmetern haben die 20 Mitarbeiter dann genug Platz, die Überreste des vergangenen Partywochenendes einzuordnen. Dabei geht es mittlerweile um weit mehr als Fotos. Die Bewertung von Clubs, Diskotheken und DJ’s, der Austausch unter dem virtuellen Partyvolk und vor allem der Veranstaltungskalender sind weitere wichtige Elemente der Seite.

Dabei legt Virtual Nights einen Schwerpunkt auf die Metropolen. Um die besser betreuen zu können, wurde unter anderem in Berlin eine Zweigstelle eingerichtet. Warum Essen Stammsitz bleibt? „Die Dichte an Kneipen, Diskotheken und Clubs im Ruhrgebiet gibt es vielleicht noch in Berlin, sonst nirgends“, sagt Brökelmeier. Einziger Standortnachteil sei der Fachkräftemangel. Dem begegnete das Unternehmen, indem es selbst begann, junge Leute auszubilden. Zurzeit lernen sechs Azubis in den Bereichen Veranstaltungs- und Eventkommunikation, IT und Veranstaltungswesen.

Clubszene immer im Auge behalten

Längst nutzt Virtual Nights seine Kontakte und das Know How über Zielgruppen und Clubs nicht mehr nur für die Internetplattform: Mittlerweile bieten die findigen Geschäftsleute ganzheitliche Marketing-Konzepte für Hersteller sogenannter „Lifestyle-Produkte“ wie zum Beispiel Vodafone oder Bacardi an. Promotion und Clubtouren sind das zweite wichtige Standbein der Agentur.

Und das Ende der Fahnenstange ist nach Meinung von Brökelmeier noch lange nicht erreicht: Allein im Markt mobiler Anwendungen auf Smartphones und auf dem Sektor sozialer Netzwerke im Internet, wie etwa Facebook, sieht er großes Entwicklungspotential. Bleibt also noch immer eine Menge zu tun für das Unternehmen, das mit vielen Spezialaktionen im kommenden Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert. Ob ihm selbst noch Zeit für Party bleibt? Kai Brökelmeier überlegt einen Moment: „Natürlich gehen wir nicht mehr so häufig aus wie früher. Dennoch muss man sich die Zeit dafür nehmen. Wir behalten die Clubszene immer im Auge - das ist schließlich unser Job.“

 
 

EURE FAVORITEN