Reden mit Essen - wo Christian Keller auf Toto trifft

Wolfgang Zinn, Lekkerland Deutschland, und Schwimmweltmeister Christian Keller. Foto: Sebastian Konopka
Wolfgang Zinn, Lekkerland Deutschland, und Schwimmweltmeister Christian Keller. Foto: Sebastian Konopka
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Der Gesellschaftstreff von Axel Pollheim im Essener Colosseum bringt Macher aus Politik, Wirtschaft und Sport zusammen. Und während Torsten Heim, besser bekannt aus „Toto und Harry“ die Werbetrommel für sein Kinderhospiz rührt, tritt Schwimmweltmeister Christian Keller als wortgewandter Banker auf.

Essen. Nein, Essen ist nicht Düsseldorf. Will es auch gar nicht sein. Muss es auch nicht. Denn was der bekennende Rheinländer Axel Pollheim mit seinem Gesellschaftstreff „Reden mit Essen“ - in der Landeshauptstadt organisiert er eine ähnliche Schwesternveranstaltung - seit nunmehr sechs Jahren im Essener Colosseum pflegt, zeigt das ureigene Potenzial der Ruhrmetropole. Und das auch jenseits von Kanapees, Sektflöten und schönem Schein.

Etwa wenn Torsten Heim, besser bekannt als Polizeikommissar aus „Toto & Harry“, in entwaffnendem Pott-Slang über seine Ziele wie die Aufnahme eines neuen Hörbuches spricht. Gerade erst war er bei „Plaßberg persönlich“ im WDR zu Gast, weil er schon seit 20 Jahren gemeinsam mit Kollege Thomas „Harry“ Weinkauf auf Streife ist. „Wir sind schon wie ein altes Ehepaar“, sagt Toto im Colosseum. Dabei trinkt er ein Glas Apfelschorle, um 21.30 Uhr beginnt schon seine Nachtschicht. „Reden mit Essen“ wollte er sich dennoch nicht entgehen lassen. Der Treff sei für ihn eine gute Gelegenheit, Kontakte zu pflegen und mögliche Spender für das Kinderhospiz Gota in Thüringen aufzutreiben, das er gemeinsam mit Harry unterstützt. Toto wohnt in Dahlhausen, nahe der Pontonbrücke. Nicht nur wegen dieser räumlichen Nähe pflegt der Polizist zu Essen ein inniges Verhältnis. So plant er für dieses Jahr gemeinsame Aktionen mit den Moskitos und dem Tusem. „Ich war ja selbst Handballer, als Linksausleger war ich gefürchtet“, sagt Harry und lacht.

Mit Christian Keller ist an diesem Abend noch ein Gast bei „Reden mit Essen“, dessen sportliche Karriere schon etwas zurückliegt. Dass er Schwimmweltmeister war, sieht man dem 39-Jährigen freilich heute noch an - wenngleich er sich als Berater der BHF-Bank mittlerweile lieber mit Zahlen als mit Rekorden auseinandersetzt. „Hier kommen Menschen her, die sich etwas zu sagen haben. Außerdem treffe ich Personen, bei denen ich sonst wochenlang auf einen Termin warten müsste“, freut sich Keller und verweist auf Wolfgang Zinn, Generalbevollmächtigter Consultant bei Lekkerland. Er gehört zu den wohl fleißigsten Netzwerkern in Essen. „Menschen machen die Geschäfte“, sei sein Leitspruch, sagt er. Ein Prinzip, das auch am Dienstagabend aufzugehen scheint.

Zuhören statt reden

Statt reden war im Eigelstein am Donnerstagabend zuhören die Devise: Das Duo Benny und Joyce, das sich mit seiner Stimmgewalt seit Jahren auch über Essen hinaus das Prädikat als Goldkehlen-Paar verdient hat, stellte dort seine neue CD „At the Nightclub“ vor. Mehr als 200 Menschen drängten sich in der Kölschkneipe, um die wunderbar jazz- und soullastigen Interpretationen von Klassikern wie etwa Respect von Aretha Franklin oder Hotel California von den Eagles zu lauschen. Dabei bringen die beiden Künstler neben musikalischem Talent viel Wärme und Humor mit auf die Bühne. „Die Joyce musste noch ein Schnitzelbrötchen für den Tontechniker besorgen, deswegen sind wir ein bisschen später dran“, witzelte Benny zu Beginn des Konzerts. Obwohl die beiden wohl als Paradebeispiel für Bodenständigkeit durchgehen würden, verleihen sie dem Eigelstein an diesem Abend den Hauch einer Jazzbar in Chicago. Von ihnen dürfte man in diesem Jahr auch über die regelmäßigen Auftritte in der Bar S6 und dem Leonardo hinaus noch hören: Vor Kurzem erst waren sie gemeinsam mit Nelson Müller im ZDF-Morgenmagazin „Volle Kanne“ zu hören. Für den Sommer ist ein Album mit ausschließlich eigenen Songs geplant. Die Erfolgsgeschichte von Benny&Joyce, die vor 16 Jahren als Straßenmusiker ihren Weg ebneten, dürfte dann um ein Kapitel reicher werden.

 
 

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