Künstliche Welten im Cyber-Shop

Im nach eigenen Angaben größten Cyber-Shop Deutschlands gibt es auf 150 Quadratmeter das, was das Cyberherz begehrt. Foto Remo Bodo Tietz
Im nach eigenen Angaben größten Cyber-Shop Deutschlands gibt es auf 150 Quadratmeter das, was das Cyberherz begehrt. Foto Remo Bodo Tietz
Foto: WAZ FotoPool

Essen.. Der Leo Store an der Viehofer Straße ist schon länger eine feste Szene-Adresse. Eine neue Mode- und Musik-Spielart kommt jetzt hinzu: Der nach Eigenwerbung „größte Cyber-Store Deuschlands“. Im Keller wird es schwarz-weiß-bunt.

Wer in die „Cyber City“ will, der muss am „Temple of Love“ vorbei. Der Song von den Sisters of Mercy dröhnt im Erdgeschoss des Leo Store an der Viehofer Straße aus den Boxen. Dort, wo unter anderem Military- oder Gothic-Klamotten verkauft werden. Im Keller des Ladengeschäfts, der die Atmosphäre einer alten Industriehalle atmet, ist nun eine neue Spielart hinzugekommen: Auf 150 Quadratmetern ist der nach Eigenwerbung „größte Cyber-Shop Deutschlands“ hinzugekommen. Cyber? „Das sind die bunten Leute mit den Masken und Brillen“, sagt Leo Store-Filialleiter Dirk Bussler lachend.

„Die Menschen legen sehr viel Wert auf ihr Äußeres“

Im Ernst: Im Keller finden sich Atemmasken und Schutzmasken, Plateau-Stiefel und bunte Waden-Puschel, blaue, gelbe oder grüne Neon-Jacken und T-Shirts mit dem Biohazard-Logo, das biologische Abfälle kennzeichnet. Einer der prominenten Ausstatter firmiert unter dem Label „Amok“. Aber alles ganz friedlich. Elektronische Musik hören die Menschen, die hier kaufen, gerne etwas schnellerer Art und bisweilen schwereren Gemüts, und sie sind zwar in der Regel jüngeren Alters, kommen aber aus allen Bevölkerungsschichten, erklärt Bussler. Und noch etwas fällt auf: „Die Menschen legen sehr viel Wert auf ihr Äußeres.“ Ihnen will der Filialleiter außerdem mehr bieten als einen gewöhnlichen Einkauf: Auf einer Bühne in der Mitte des Raums sollen regelmäßig Live-Acts auftreten und DJs die Musik der Szene auflegen, Modenschauen sind geplant.

Der Chef ist stilsicher

Bussler gibt sich stilsicher – einen stählernen Totenkopf trägt der 42-Jährige auf dem T-Shirt. Es hat ein bisschen etwas Verruchtes: Auch einen Head und Growshop beherbergt der Leo Store, plus Tattoo- und Piercing-Studio.

Zur rechten Zeit am rechten Ort: „Die Nordstadt hat sich gut entwickelt“, freut sich Bussler, „die Shopping-Situation in Essen ist einmalig.“ In Berlin müssten Kunden zwischen Szene-Läden wie seinem und anderen schon mal 20 Kilometer zurücklegen, in der Ruhrstadt finde sich alles „im Umkreis von zehn Minuten. Für unsere Branche passt das ganz gut.“ Bussler könnte seine Verkaufsfläche noch erweitern, ein weiterer Raum steht derzeit frei. Wenn es läuft in Cyber City. Zumindest leuchtet und strahlt es im Keller bereits jetzt in allen Farben.

 
 

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