Jörg Stanko will dem Literatur-Pottklischee entfliehen

Jörg Stanko im De Prins: „Männer mit kalten Füßen“ ist der zweite Roman des Essener Autors. Foto: Sebastian Konopka
Jörg Stanko im De Prins: „Männer mit kalten Füßen“ ist der zweite Roman des Essener Autors. Foto: Sebastian Konopka
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„Männer mit kalten Füßen“ heißt der zweite Roman des Essener Autors, in dem er eine individuelle Antwort auf die Frage nach der mittlerweile von Frauen definierten Männlichkeit geben möchten. Gleichzeitig will er dem „Revier-Stereotypen“ entfliehen - auch, wenn sein Buch in Essen spielt.

Essen.. Wir treffen Autor Jörg Stanko am Isenbergplatz - einer der Orte, die er an seiner Stadt so sehr mag. Und obwohl sein Buch „Männer mit kalten Füßen“ zu einem Großteil in Essen an Orten wie dem Unperfekthaus, dem Kettwiger Schwimmbad oder dem Restaurant Zodiac spielt, wollte der 44-Jährige nicht eine typische „Pott-Klischee-Geschichte“ erzählen. „Viele Verlage erwarten von Autoren aus dem Ruhrgebiet, dass in ihren Büchern mindestens ein Bergmann und eine Zeche vorkommen. Meine Protagonisten müssen auch nicht wat, dat und samma sagen - ich halte das für völlig überholt“, sagt Jörg Stanko.

Das so ziemlich einzige Klischee, das Stanko in seinem Roman bedient, sind vielleicht die Kaninchen von Opa Adam Weiß - die er allerdings erschießt, als er erfährt, dass künftig ein Pflegeheim sein Zuhause ist. Leichtfüßig und tiefsinnig zugleich beschreibt Stanko verschiedene Lebenssituationen von Männern, die ihre Rolle noch nicht genau gefunden haben. Da ist ein Trennungsvater, der demenzkranke Adam und sein Sohn Jan, der sich unsterblich in die Altenpflegerin seines Vaters verliebt. Damit versucht Stanko eine individuelle Antwort auf die Frage nach der mittlerweile von Frauen definierten Männlichkeit.

Gelernter Physiotherapeut aus Frohnhausen

„Männer mit kalten Füßen“ ist der zweite Roman des 44-Jährigen, der mit Kinderbüchern anfing, Schreiben zu seiner Passion zu erklären. Nach der Trennung von seiner Frau habe er ein geeignetes Buch für seinen heute elfjährigen Sohn gesucht. Als ihm nur Bücher voller Männer begegneten, die ihr Leben ohne Frau nicht ohne fremde Hilfe meistern können, schrieb Stanko kurzum selbst „Die Große Reise“. „Ich wollte meinem Sohn damit zeigen, dass sich an meiner Beziehung zu ihm nichts ändert“, sagt Stanko, der gelernter Physiotherapeut ist und in Frohnhausen lebt.

„Männer mit kalten Füßen“ erscheint am 11. Juni. Wer vorher reinhören will, ist am Sonntag, 24. Juni, um 12.30 Uhr zu einer Lesung mit Drei-Gänge-Menü ins Rüttenscheider „Aldegheri“ eingeladen (Anmeldung unter Tel.: 0201 / 439 999 89).

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