Homosexuelle Vielfalt auf dem Kennedyplatz

Paul Middelhoff
In diesem Jahr soll der Ruhr-CSD noch etwas politischer werden. Foto: Dennis Straßmeier
In diesem Jahr soll der Ruhr-CSD noch etwas politischer werden. Foto: Dennis Straßmeier
Foto: Dennis Straßmeier

Essen. Unter dem Motto „Pott voller Vielfalt“ feiern Schwule und Lesben am Samstag auf dem Kennedyplatz in Essen den Christopher Street Day. Dabei soll es politischer werden - im September treffen sich die Homosexuellen mit Ruhrbischof Overbeck.

Einen „Pott voller Vielfalt“ wollen Aidshilfe, das Forum Essener Lesben und Schwule (FELS) sowie der Verein „Essen Andersrum“ am Samstag auf dem Kennedyplatz anrichten. Der „Christopher Street Day“ (CSD) Ruhr ist die größte einschlägige Party des Ruhrgebiets.

Zu den Höhepunkten des Programms gehört neben einem Unterhaltungsprogramm auf zwei Bühnen von 12 bis 22 Uhr ein öffentlicher Polit-Talk. Dort werden sich Politiker zum Beispiel mit der Förderung eines lesbisch-schwulen Jugendzentrums in Essen beschäftigen.

„Der Christopher-Street-Day ist zwar bunt und knallig, aber wir wollen daran erinnern, dass wir vor allen Dingen aus politischen Motiven auf die Straße gehen“, erklärt der Vorsitzende des Homosexuellenvereins „Essen Andersrum“, Dietrich Dettmann. Deshalb erhält auch Stadtdirektor Christian Hülsmann den „Akzeptanzpreis“ des Vereins, weil er sich für die Fortschreibung des städtischen Handlungsprogramms eingesetzt hat. Zweiter Preisträger ist FELS-Mitbegründer Wolfgang Berude.

Gedenken an die Opfer der Loveparade

Neben dem Programm auf der Hauptbühne findet im Rahmen der „Regenbogen-Party“ auch das „Kino-Special“ in der Lichtburg statt. Hier werden drei Filme ausgestrahlt, die sich mit den Problemen von homosexuellen Männern und Frauen in der heutigen Gesellschaft befassen.

„Es ist ein bisschen politischer geworden“, sagt Dettmann über den Ruhr-CSD. Auch durch Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck. Dieser hatte sich im Frühjahr in der Talkshow „Anne Will“ zum Thema Homosexualität geäußert und diese als „widernatürlich“ bezeichnet. Die Essener Schwulen und Lesben haben sich mit dem Bischof nach verschiedenen Protestaktionen zu einer Aussprache am im September verabredet. „Wir erhoffen uns von dem Treffen eine sachliche Diskussion“, sagt Klaus-Peter Hackbarth von der Aids-Hilfe Essen. FELS-Sprecher Horst Schmitz geht weiter: „Wir erwarten eine Entschuldigung.“ Wie immer wird beim CSD der Aids-Opfer gedacht. Und diesmal auch den Opfern der Loveparade.

Samstag, 7. August, 12 bis 22 Uhr, Kennedyplatz. 15.45 Uhr Podiumsdiskussion, 17.30 Uhr Verleihung des Akzeptanzpreises. Ab 22.30 Uhr Party im „Naked“ an der Rottstraße.