Ein Kilometer Kunstecken entlang der Rellinghauser Straße

Wurden fürs Foto selbst zum Kunstobjekt im Schaufenster des „Statt-Malers“ an der Johannastraße: Volker Ullenboom, Marcus Schlößer und Kerstin Lange (v.l.) präsentieren das Projekt Kunstecken.
Wurden fürs Foto selbst zum Kunstobjekt im Schaufenster des „Statt-Malers“ an der Johannastraße: Volker Ullenboom, Marcus Schlößer und Kerstin Lange (v.l.) präsentieren das Projekt Kunstecken.
Foto: FUNKE Foto Services
Entlang der Rellinghauser Straße präsentieren Künstler am 1. Oktober 13 besondere Orte: von der Günni-Semmler-Skulptur bis zum Atelierhaus.

Essen-Südviertel..  Wer mit Marcus Schlößer über das Südviertel spricht, der wird unweigerlich von seiner Euphorie angesteckt. „Früher bin ich oft nach Köln gefahren; da gab es Kunst und Kiez und Kultur und alles. Heute bedarf Köln meiner Sehnsucht nicht mehr, ich habe das alles vor der Tür“, sagt der 47-Jährige, der selbst Bestandteil dieses Wandels ist.

Vor einem Jahr eröffnete er seinen „Statt-Maler“ an der Johanna­straße und bietet Künstlern seither einmal im Monat die Möglichkeit, sich in den rundum verglasten Räumen in dem Eckgebäude zu präsentieren.

Malerei, Streetart und Konzerte

Wieviel kreatives Potenzial allein in dem Viertel rund um die Rellinghauser Straße steckt, zeigen Schlößer und viele Mitstreiter am kommenden Samstag, 1. Oktober, mit ihrer Aktion „Kunstecken entdecken“. Dann werden 13 Orte präsentiert, die Kunst auf ganz unterschiedliche Weise zeigen.

Künstler und Lehrer Volker Ullenboom steckt hinter der Idee, die vor allem die Nachbarschaft zusammenbringen soll. „Wir haben gemerkt, wie viel sich hier getan hat, etwa durch Orte wie das Café Livres. Wir wollten das miteinander verbinden und haben direkt jede Menge Zuspruch erfahren“, sagt Volker Ullenboom. Dabei finden sich entlang der rund einen Kilometer langen Strecke auch altbekannte Orte, für die Ullenboom bewusst aufs Neue begeistern möchte: die Bronzeskulptur von Thorsten Stegmann etwa, die im Biergarten des Café Click am Isenbergplatz an den Straßenmusiker Günni Semmler erinnert. Oder die Hausfasade „Grüne Lunge“ von Ben Mathis, die im Auftrag von Regenwaldschützer Michael Curth vor fünf Jahren auf der Ecke zwischen Wittering- und Rellinghauser Straße entstanden ist.

Aktion startet mit RWE-Fotoausstellung am Donnerstag in der Optihek

Hinzu kommt Kunst in allen Spielarten: etwa Malerei von Dany Frede in der Galerie Strätosphäre, Street-Art von Volker Ullenboom und ein Konzert mit dem „Radikal Audio Lab“ im Statt-Maler, Malerei von Gabriele Musebrink in ihrer Kunstschule an der Sibyllastraße und „kreatives Mitmach-Drucken“ des Künstlerkollektivs „Handsalz“ im Café Livres.

Warum es nach Aktionen wie etwa der Kunstspur erneut eine eigene Veranstaltung braucht, beantwortet Ullenboom so: „Uns geht es um unser Viertel und die Kunstecken entlang der Rellinghauser Straße. Dabei schließen wir nicht aus, dass wir bei einer weiteren Auflage noch wachsen. Klar ist aber, dass es um den Stadtteil, das Südviertel, geht.“

Die Aktion läuft am Samstag, 1. Oktober, von 17 bis 21 Uhr und ist kostenlos. Den Auftakt bildet eine Kunstausstellung mit Fan-Fotos von Rot-Weiss Essen, die bereits am Donnerstag, 29. September, um 17.07 Uhr zu sehen ist.

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