Der Mund bestimmt bei „SupaKool“ den Takt

Von Anna Neifer
Supakool spielen Freitag im Bunker.
Supakool spielen Freitag im Bunker.
Der Essener Beatboxer Jakob Kilzer und seine Band „SupaKool“ spielen am Freitag mit René Pascal im Goethebunker. Die Jungs machen Gute-Laune-Rap.

Essen-Rüttenscheid.  Wenn Jakob Kilzer (26) mit seinen schulterlangen Locken auf der Bühne steht, nicken die Köpfe der Zuschauer mit, in seinem Takt. Jakob hat nur ein Mikrofon in der Hand und hält es dicht vor dem Gesicht. Das Instrument ist sein Mund. Jakob imitiert Schlagzeuge und erfindet Geräusche, mit denen er einen Rhythmus produziert. Beatboxen nennt sich das. Jakob tingelt als Jibbel Jay von einem Auftritt zum Nächsten. „Ich mach das schon seit zehn Jahren. Beatboxen ist Teil meiner Identität und meine Art, mich auszudrücken.“, sagt Jakob.

Seit September 2010 hat der Essener Musiker Verstärkung aus Hattingen und Mülheim. DJ Cutoon (30) an den Plattentellern, Bud MH (25) schreibt die Texte und rappt, und seit kurzem bearbeitet Lexijoe (22) die produzierten Lieder. Eine etwas andere Mischung, die „SupaKool“ klingen soll, zumindest nennen die vier Jungs sich so. Dabei begann alles zunächst mit der gleichnamigen Reihe – im Hotel Shanghai, wo die Musiker Partys sowohl mit Musikern wie Flo Mega oder Blumentopf, als auch mit eher unbekannten Künstlern aus dem Ruhrgebiet organisierten.

Weg vom „Düster Hip Hop“

„Wir wollen funky Tanzmusik machen, sind aber alle von Hip Hop inspiriert worden. Hier im Ruhrpott ist Hip Hop oft sehr düster und melancholisch. Wie wollen lieber etwas Positives und lustiges bringen, nehmen uns dabei aber selbst nicht so ernst.“, sagt DJ Cutoon. Dass sie Party-Rap machen, wollen sie nicht so gern sagen. „Tiefgründige Texte schreiben andere Leute, wir wollen die Leute unterhalten, wenn sie feiern gehen“, erklärt Bud MH.

Mit der Partyreihe „SupaKool“ sind die Musiker in Essen unterwegs, treten aber jedes Wochenende in einer anderen Diskothek auf. Mittlerweile auch im Ausland, in der Schweiz und in Holland. Im November haben die Jungs ihr erstes gemeinsames Album rausgebracht: „Die Gäng auf Platte“, lautet der Titel. „Das ist nichts, was man sich zum Entspannen anhören kann, das geht schon nach vorn“, sagt Bud MH.

Die „Gäng“ aus dem Ruhrpott will jetzt richtig durchstarten. „Das Jahr 2013 wird unser Jahr.“, prophezeit der Beatboxer Jakob. Beweisen wollen sie das unter anderem am Freitag, 4. Januar, im Goethebunker. An diesem Abend bekommen die Jungs ungewöhnliche und blonde Unterstützung: Schlagersänger und Rüttenscheider Kult-Wirt René Pascal tritt gemeinsam mit ihnen auf.