Zwei Einbrüche in zwei Wochen - Täter verwüsten Wohnung in Essen-Rüttenscheid

Frank Schikfeleder wurde innerhalb von zwei Wochen zwei Mal Opfer eines Einbruchs.
Frank Schikfeleder wurde innerhalb von zwei Wochen zwei Mal Opfer eines Einbruchs.
Foto: WAZ FotoPool
Der Rüttenscheider Unternehmer Frank Schikfelder wurde innerhalb von zwei Wochen zwei Mal Opfer von Einbrüchen. Ein mittlerweile gefasster Täter drang in seinen Keller ein. Als er kurze Zeit später im Urlaub war, brachen bislang Unbekannte mit brachialer Gewalt auch in die Wohnung ein.

Essen-Rüttenscheid.. Über eine schlechte Nachbarschaft kann sich Frank Schikfelder nicht beklagen. Wohl aber darüber, zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein. Heute weiß er, wie es ist, sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher sein zu können. Dabei traf ihn das Schicksal in den vergangenen vier Wochen gleich zwei Mal.

Den ersten Einbruch am 9. September nahm der Rüttenscheider Unternehmer noch mit Humor. Ein junger Mann war in die Kellerräume eingebrochen und hatte eine Bohrmaschine mitgehen lassen. Einem aufmerksamen Nachbarn und seiner umsichtigen Freundin hat es Schikfelder zu verdanken, dass das Werkzeug zurück an seinen angestammten Platz gelangte. Der Nachbar alarmierte die Polizei und verfolgte den Täter, seine Lebensgefährtin hatte die Geräte-Kartons mit Namen beschriftet: Bei der Festnahme des Kleinkriminellen - für die gar ein Linienbus angehalten werden musste - war die Sachlage also eindeutig.

Wohnungstür mit brachialer Gewalt aufgestemmt

Zwei Wochen später, am 18. September, ist der Vorfall am ersten Urlaubstag unter der Sonne Dubais schon fast in Vergessenheit geraten. Dann erhält Schikfelder einen Anruf, der alle Ferienfreude schnell vergessen macht. „Meine Mutter meldete sich und sagte mir, dass unsere Wohnung ausgeräumt wurde. Vom Urlaub aus versuchten wir zu rekonstruieren, was alles gestohlen wurde. Das war leider eine Menge“, sagt Schikfelder.

Hohe Professionalität wird die Polizei den Tätern, die bis heute über alle Berge verschwunden sind, später bescheinigen. Am helllichten Tag stemmten die Einbrecher mit brachialer Gewalt die Wohnungstür auf, offenbar in dem Wissen, dass keiner der fünf Parteien zu Hause ist. Anschließend verwüsteten sie jedes Zimmer: „Die rissen selbst die Eisfächer aus dem Kühlschrank, durchwühlten sämtliche Schränke und Kleider“, sagt Schikfelder.

Sogar Sparschwein mit Kleingeld geklaut

Technische Geräte blieben unberührt, dafür hatten es die Täter auf wertvollen Schmuck und Geld abgesehen. Eine goldene Taschenuhr, die seine Freundin zur Konfirmation geschenkt bekommen hatte und vererbte Manschettenknöpfe zählen zum Diebesgut. „Die Stücke hatten für uns einen hohen ideellen Wert“, bedauert Schikfelder. Sogar ein Sparschwein, in dem er Kleingeld sammelt, nahmen die Täter mit.

Vor allem seiner Freundin stecke der Schock noch in den Knochen, auch er hat mit dem Vorfall noch lange nicht abgeschlossen. Ein Termin mit der Versicherung steht noch aus, einige Einrichtungsgegenstände müssen ersetzt werden. Schikfelder: „Das Schlimmste aber ist, dass fremde Menschen in den intimsten Bereich, unser Zuhause, eingedrungen sind.“

Hemmschwelle senken

Mit der Kampagne zur Verbesserung der Aufmerksamkeit in der Nachbarschaft will die Interessengemeinschaft Rüttenscheid Einbrechern ihr „Handwerk“ erschweren. Durch das von der IGR erarbeitete Kontaktformular können Nachbarn etwa ihre Telefonnummer für den Notfall weitergeben. „Das Papier soll lediglich die Hemmschwelle verringern und ein Anreiz sein“, sagt Rolf Krane.

Im gesamten Stadtgebiet explodierten die Einbruchs-Zahlen, stiegen im Vergleich zu 2011 um 422 auf 1577 Fälle an. „Die Täter kommen häufig aus anderen Städten, oft haben wir es dabei mit organisierter Kriminalität zu tun“, erklärt Polizeisprecher Lars Lindemann. Rüttenscheid sei nicht zuletzt wegen der guten Autobahnanbindung ein willkommenes Ziel für Einbrecher, da sie schnell flüchten können. „Die Banden sind professionell, schicken oft Späher aus, um Wohnungen zu beobachten“, weiß Lindemann. Wer etwas Verdächtiges beobachtet, sollte im Zweifelsfall immer die Polizei rufen.

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