Zauberer isst Rasierklingen und verknotet Metallreifen

Zauberer Viko alias Ingolf Schmidt zeigt Tricks mit Tüchern.
Zauberer Viko alias Ingolf Schmidt zeigt Tricks mit Tüchern.
Foto: Michael Korte
Ingolf Schmidt führt das Zaubertheater Essen an der Holsterhauser Straße. 20 Besucher finden dort Platz. Im Oktober startet das neue Programm.

Essen-Holsterhausen..  Er verknotet Metallringe, verspeist Rasierklingen, lässt Schaumstoffbällchen, Münzen oder Spielkarten wahlweise verschwinden, über den Tisch wandern oder sich vermehren: Wenn Zauberer Viko alias Ingolf Schmidt (44) hinter seinen blauen Tisch tritt und tief in den Pilotenkoffer mit Requisiten greift, können die Zuschauer nur staunen. Man sitzt vor ihm, bekommt zwei Schaumstoffbälle in die Hand, drückt diese fest zu, und wenn man sie öffnet, sind es plötzlich drei.

Wie das geht? Das verrät Zauberer Viko natürlich nicht: Betriebsgeheimnis. Ingolf Schmidt genießt die Verblüffung der Zuschauer, die Mischung aus Lachen, Verunsicherung und Bewunderung in den Gesichtern. Seit 2009 unterhält er das Zaubertheater Essen an der Holsterhauser Straße. Wo früher ein Modegeschäft war, hat Schmidt sich die Räume sehr modern und schlicht in Blau- und Petroltönen gestaltet.

„Im Oktober startet mein neues Programm, das dritte“, sagt der Profi-Zauberer und gelernte Werkzeugmacher, der eigentlich aus den neuen Bundesländern kommt und der Liebe wegen 1991 nach Essen zog. „Wie ich zum Zaubern gekommen bin? Da gibt es keine spektakuläre Geschichte. Ich hatte als Jugendlicher einen Zauberkasten, wie viele andere auch“, sagt der Vater von zwei Kindern. Irgendwas muss danach aber anders gelaufen sein, denn vom Zauberkasten bis zum Repertoire, mit dem Schmidt heute seinen Lebensunterhalt verdient, war es ein langer Weg.

Schmidt blieb der Zauberei treu, wurde immer besser. Seit 1999 hat er an die 700 Auftritte absolviert, sich immer wieder neue Tricks ausgedacht oder bereits bekannte abgewandelt und verändert. „Nein, eine richtige Ausbildung gibt es nicht. Da ist man schon weitgehend als Autodidakt unterwegs“, erklärt der Zauberer. Übung sei das A und O, auf die Perfektion komme es an. Deshalb gibt es auch nur alle drei Jahre ein neues Programm. „Das Einüben der Tricks ist schon sehr aufwendig“, erklärt Schmidt. 75 bis 80 Minuten zaubert er während der rund zweistündigen Veranstaltung, zeigt dabei immer auch ein paar neue Tricks. Zu Beginn gibt es Prosecco und Häppchen. Die Besucher kommen aus ganz NRW, sitzen ganz nah am Zauberer und werden in die Tricks eingebunden.

„In der Pause schauen sich die Gäste meist die Requisiten an, die ich mit Absicht auf dem Tisch liegen lasse, damit sich die Leute überzeugen können, dass da nichts präpariert ist“, erläutert Schmidt den Ablauf der Vorstellungen, die etwa alle drei Wochen stattfinden. „Ich muss die Theaterabende mit meinen Auftritten auf Hochzeiten, Betriebsfeiern und Geburtstagen koordinieren“, so Schmidt, der als drittes Standbein zusätzlich einige Stunden pro Woche als Fitnesstrainer arbeitet.

Im Winter läuft es gut

Ob ein Trick funktioniert, merkt der Zauberer meist schnell. „Im Laufe der Jahre entwickelt man ein Gefühl dafür, was funktionieren könnte“, beschreibt der Zauberer die Entwicklung seines Programms. Meist seien die Vorstellungen ausgebucht, viele Besucher kämen wieder. „Im Sommer läuft es naturgemäß etwas schleppender, im Winter sehr gut und bis ins Frühjahr kommen die Leute, die zu Weihnachten Gutscheine bekommen haben“, sagt Zauberer Viko.

Im Zaubertheater an der Holsterhauser Straße 64 gibt es 20 Plätze in zwei Reihen. Die Besucher sitzen ganz nah am Zauberer, können ihm auf die Finger schauen. Das Programm ist für Kinder ab sechs geeignet.

Karten kosten 39 Euro für Erwachsene, 19 Euro für Kinder. Infos unter 458 439 82, auf www.viko.de oder www.zaubertheater-essen.de

 

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