Wie Räume das Leben beeinflussen

Elli Schulz
Kornelia Horst sorgt in ihrer Küche dafür, dass das Element Feuer durch die Farbe Rot vertreten ist.
Kornelia Horst sorgt in ihrer Küche dafür, dass das Element Feuer durch die Farbe Rot vertreten ist.
Foto: WAZ FotoPool
Kornelia Horst von der Margarethenhöhe hat als Feng-Shui-Beraterin ihre Berufung gefunden. Ihr Ziel ist es, Lebens- und Arbeitsräume so zu gestalten, dass sich Menschen dort wohlfühlen. Durch bestimmte Farben und Formen sollen die Menschen in bestimmten Räumen zur Ruhe kommen, in anderen Energie und Kreativität entwickeln.

Margarethenhöhe.  Manchmal findet am erst im zweiten Anlauf seine Bestimmung. So ging es Kornelia Horst. Sie arbeitet als freiberufliche Beraterin für Feng Shui und Lebensraumgestaltung. Die heute 58-Jährige hat eigentlich immer gespürt, was sie wollte: „Ich wollte Raumausstatterin werden, aber irgendwie haben mir alle abgeraten“, sagt Horst, die seit 1988 mit ihrem Mann und dem inzwischen erwachsenen Sohn auf der Margarethenhöhe lebt. So absolvierte sie eine Ausbildung beim Rechtsanwalt. „Mein Ding war das aber nicht“, blickt sie zurück. Auch das Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und die Arbeit bei einer Versicherung waren nicht wirklich der richtige Weg.

Was blieb, war der Wunsch, Räume nicht nur unter ästhetischen Gesichtspunkten so zu gestalten, dass sich die Menschen darin wohlfühlen. „Räume müssen sich positiv auf Lebensenergie und Leistungsfähigkeit auswirken“, sagt sie.

Nach einer Familienphase kam Kornelia Horst mit dem Thema Feng Shui in Kontakt - und sah plötzlich in ihrer Leidenschaft fürs Gestalten und Einrichten einen Sinn. 2009 begann sie eine entsprechende Ausbildung, belegte ein anderthalbjähriges Fernstudium an einem Institut in Darmstadt, legte 2010 ihre Prüfung ab und bildet sich bis heute mit Kursen weiter.

„Während der Ausbildung bin ich mit Dingen konfrontiert worden, die ich vorher nie geahnt hatte. Aber ich war vom ersten Augenblick an fasziniert von den Möglichkeiten und Veränderungsprozessen“, sagt Horst. Mit Feng Shui habe sie das Aufgabenfeld gefunden, in dem sie aufgehe.

Kornelia Horst hat ganz bewusst zwei Visitenkarten: eine mit der Bezeichnung Feng-Shui-Beraterin, auf der anderen steht „Praxis für Lebensraumgestaltung“. Letztere verteilt sie an Firmenchefs, deren Büro- und Geschäftsräume sie im Hinblick auf bessere Geschäftsentwicklung, Betriebsklima, Zufriedenheit der Mitarbeiter und niedrigen Krankenstand gestaltet. „Dabei ist es wichtig, nicht in die esoterische Ecke gerückt zu werden“, erläutert Horst, die persönlich so gar nicht esoterisch, sondern eher geerdet wirkt. Oft würden gerade große Unternehmen auf die Hilfe von Raumgestaltern zurückgreifen, so Horsts Erfahrung.

Bei den privaten Beratungen gehe es um das Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden. „Menschen, die sich an mich wenden, haben meist einen ganzheitlichen Ansatz, spüren, dass irgendwas in ihrem Leben nicht stimmt und wollen wissen, wie sie die Situation verbessern können“, beschreibt Kornelia Horst ihre Kunden.

Wenn Kornelia Horst ihre Kunden besucht, stellt sie bestimmte Fragen: Welche Räume sind zu welchen Himmelsrichtungen ausgerichtet? Welche Farben und ihnen zugeordnete Elemente herrschen vor und welche fehlen ganz? „Ich selbst habe lange unter Schlafstörungen gelitten“, sagt Horst. Durch kleine Veränderungen - andere Teppichform, andere Farben für Wände und Bettwäsche - sei mehr Ruhe ins Schlafzimmer eingekehrt - die Schlafstörungen verschwanden.

„Niemand soll die gesamte Einrichtung wegwerfen, was ja nicht nur finanziell ein Problem wäre. Man hängt ja auch an seinen Sachen“, sagt Horst. Sie hat ihr eigenes und das Arbeitszimmer ihres Mannes nach und nach umgestaltet. „Meines in Richtung Kreativität, seines in Richtung Analyse“, so Horst. „Mein Ziel ist es, eine Balance zwischen Mensch und Umwelt, zwischen Mensch und Raum herzustellen. Dafür bedarf es oft nur minimaler Optimierungen, um die Defizite abzuschwächen.“

Feng Shui behandele nicht den Menschen, sondern die Umgebung. Es gehe dabei nicht um Bewertung oder einen bestimmten Einrichtungsgeschmack. „Immer mehr Menschen leiden unter Burn-out. Da ist es wichtig, gern nach Hause zu kommen und dort Ruhe zu finden“, ist die Beraterin überzeugt.