Wenn aus dem Pastor ein Reverend wird – Messe auf englisch

Rund 40 Gläubige kamen am Sonntagabend zum englischsprachigen Gottesdienst in der Marktkiche zusammen.
Rund 40 Gläubige kamen am Sonntagabend zum englischsprachigen Gottesdienst in der Marktkiche zusammen.
Foto: WAZ FotoPool
Einmal im Monat wird in der Marktkirche in der Innenstadt künftig eine anglikanische Messe gefeiert. Mit dem Angebot sieht die Anglikanischen Christ Church Gemeinde Düsseldorf auch einen „Dienst an der wachsenden internationalen Gemeinschaft in Essen“.

Essen-Stadtmitte..  Schon der erste englischsprachige Gottesdienst in der Weihnachtszeit war gelungen – mehr als 100 Menschen fanden den Weg in die Marktkirche. Ein Grund für Initiator Graham Weale, das Angebot auszuweiten und ab diesem Jahr monatlich einen Gottesdienst in englischer Sprache anzubieten.

„Das verstehe ich als Dienst an der wachsenden internationalen Gemeinschaft in Essen“, sagt Weale und betont, dass alle Menschen willkommen sind, egal, ob sie nun der anglikanischen Gemeinde oder anderen Konfessionen angehören, deutsch- oder englischsprachig sind. „Vielleicht will ja der ein oder andere auch sein Englisch aufbessern.“ Die Marktkirche ist dafür der ideale Ort – mitten in der Stadt gelegen hat sie keine eigene Gemeinde und steht somit für die Anglikaner offen.

Gottesdienste werden traditionell abends abgehalten

Die Idee beschäftigte Weale, der zur anglikanischen Christ Church- Gemeinde in Düsseldorf gehört, schon länger. Da traf es sich gut, dass sein Vermieter Mitglied im Marktkirchlichen Bauverein ist, der „mit großer Freude und Unterstützung“ auf die Anfrage der Anglikaner reagierte, das Gotteshaus mit kirchlichem Leben zu füllen. Die Gottesdienste werden traditionell abends abgehalten. „Das ist bei uns in England so üblich und das vermisse ich sehr in Deutschland“, sagt Weale. Er lebt bereits seit sieben Jahren in Essen und arbeitet für einen internationalen Konzern.

Der Ablauf des anglikanischen Gottesdienstes ist immer gleich: zwei Bibellesungen und eine Predigt, flankiert von traditionellen und modernen Kirchenliedern. Den ersten Gottesdienst in diesem Jahr feierte gestern Abend Reverend Frederik Herzberg. Graham Weale übernahm die Lesungen und Ehefrau Anthea sorgte für die musikalische Begleitung. Im Anschluss trafen sich die Besucher zu einer Tasse Tee oder Kaffee. Auch das gehört zur anglikanischen Tradition und ist Weale genauso wichtig, wie der Gottesdienst selbst. „Wir möchten, dass die Menschen ins Gespräch kommen, sich kennenlernen, austauschen und, im besten Fall, zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen.“

Vielleicht gibt es ja auch den ein oder anderen einsamen Ausländer, der gerade erst in die Stadt gekommen ist und Anschluss sucht oder Hilfe braucht. „Anderen, die es nötig haben, zur Seite stehen – auch das gehört zu unserem Selbstverständnis.“ Um auf das neue Angebot aufmerksam zu machen, hat Weale kleine Plakate an der Uni, in der Uniklinik und an der International School Ruhr aufgehängt. „Wir werden unsere Gottesdienste zukünftig noch offensiver bewerben.“ In der Hoffnung, dass künftig noch mehr Menschen den Weg in die Marktkirche finden.

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