Vorsitzender der Essener Tafel klagt über rasende Taxis

Elli Schulz
An der Lebensmittelausgabe der Tafel kommt es häufiger zu gefährlichen Situationen.
An der Lebensmittelausgabe der Tafel kommt es häufiger zu gefährlichen Situationen.
Foto: Essen
Jörg Sartor, Vorsitzender der Essener Tafel, sieht die Kunden an der Lebensmittelausgabe hinter dem Wasserturm gefährdet. Der Verein würde Gummi-Schwellen sogar selbst finanzieren, wenn die Stadt kein Geld dafür habe.

Essen-Südostviertel.  Wenn die Essener Tafel ihre Lebensmittelausgabe im Wasserturm an der Steeler Straße öffnet, wartet meist schon eine Menschenschlange auf der Rückseite des Gebäudes. Die kleine Straße zwischen Turm und Grünanlage am Diether-Krebs-Platz wird meist von Taxifahrern genutzt, die so auf ihren Halteplatz neben dem Wasserturm an der Steeler Straße gelangen. Und genau da liegt das Problem, wie Jörg Sartor, Vorsitzender des Vereins Essener Tafel, erklärt.

„Vor allem, wenn unsere Kunden nachher mit Tüten bepackt von der Lebensmittelausgabe kommen und womöglich noch Kinderwagen, Rollator und Schirm halten müssen, ist das hier sehr gefährlich.“ Nicht alle Fahrer rasten in der kleinen Straße. „Die Taxifahrer, die immer hier an der Steeler Straße stehen, kennen die Problematik und fahren in der Regel langsam. Schwierig wird es, wenn fremde Fahrer den Halteplatz ansteuern“, so Sartor. Im Oktober 2013 sei es schon zweimal zu Beinahe-Unfällen gekommen, da es dort ja keinen durchgehenden Bürgersteig gebe.

Um die wartenden Kunden zu schützen, habe man schon auf eigene Kosten Ketten als Absperrung installiert. Zu den Ausgabe-Terminen stünden schon mal 50 bis 60 Leute hinter der Absperrung. „Wir vergeben schon Karten mit einem Zeitfenster, lassen immer nur zehn bis 15 Leute gleichzeitig herein. Behinderte Kunden haben Vorrang“, so Sartor. Trotzdem gehe es manchmal eng zu. Pro Stunde, schätzt Sartor, passierten etwa 20 Taxen die kleine Straße, um die sechs Stellplätze zu erreichen. Nach den Beinahe-Unfällen habe man reagiert, selbst Pylonen und Schilder mit der Aufschrift „Schritt fahren“ auf der Fahrbahn und an dem Container neben dem Eingang angebracht. Zudem habe man sich im November 2013 an die zuständige Bezirksvertretung I gewandt.

Das Stadtteilparlament beauftragte damals die Verwaltung, zu prüfen, wem der Weg hinter dem Wasserturm gehöre und welche Maßnahmen die Sicherheit dort erhöhen könnten. „Wir sind dafür, dass hier zwei Gummi-Schwellen installiert werden. Wenn die Stadt dafür kein Geld hat, würden wir die Kosten dafür auch selbst übernehmen“, sagt Sartor. Rund 100 Euro pro Meter würde das Material für die Schwellen kosten, hat sich der Vorsitzende schon erkundigt. Mit etwa 1000 Euro käme man wohl aus. „Noch hat es keine Reaktion gegeben. Wir warten noch auf einen Termin“, ärgert sich Sartor.

„Wir unterstützen die Bemühungen der Essener Tafel, für mehr Sicherheit zu sorgen“, sagt Bezirksbürgermeister Frank Mußhoff (SPD). Das Thema habe am 17. Juni auf der Tagesordnung der BV I gestanden, aber Grün und Gruga, in deren Zuständigkeitsbereich der Weg falle, habe sich noch nicht geäußert. Man werde das Thema in der nächsten Sitzung also erneut ansprechen. Er hoffe, dass sich noch in diesem Jahr etwas ändere.

Laut Stadtsprecher Stefan Schulze prüft die Verwaltung geeignete. Es habe bereits eine Zwischenmeldung der Fachverwaltung an die BV gegeben. Die Verwaltung werde sich aber noch mit den Politikern in Verbindung setzen.