Vorbereitungen für Abriss in Bredeney laufen

Dieser Häuserblock an der „Kleinen“ Bredeneyer Straße wird in Kürze abgerissen.
Dieser Häuserblock an der „Kleinen“ Bredeneyer Straße wird in Kürze abgerissen.
Foto: FUNKE Foto Services
Ein Häuserblock im Zentrum Bredeneys wird bis Ende 2017 durch einen Neubau mit 48 Mietwohnungen und großem Supermarkt ersetzt.

Essen-Bredeney..  Der Kaiser’s-Markt ist geschlossen, die Oberleitungen für die Straßenbahn sind verlegt, erste Halteverbotsschilder und Absperrgitter stehen: Der Abriss des Häuserblocks an der Bredeneyer/„Kleine“ Bredeneyer/Zeunerstraße steht unmittelbar bevor. „Wir hatten die Abrissgenehmigung im Januar beantragt und eigentlich im März auf grünes Licht gehofft. Die Sache hat sich etwas verzögert. Wir gehen aber davon aus, dass die Genehmigung im April vorliegt und wir zügig beginnen können“, so Benedikt Gabor vom Verband öffentlicher Versicherer, der das Projekt im Stadtteil-Zentrum realisiert.

Auf einer Fläche von rund 3000 Quadratmetern werden ein großer Supermarkt mit 1650 Quadratmetern und 48 Mietwohnungen mit 65 bis 130 Quadratmetern entstehen. Fünf der Wohnungen liegen in einem separaten Gebäude im Innenhof. Zwischen 18 und 18,5 Millionen Euro inklusive Grundstückskauf, Abriss, Planung und Neubau werde der Verband öffentlicher Versicherer investieren, so Gabor. Die Baugrubenplanung soll schon parallel zum Abriss laufen. „Wir erwarten die Baugenehmigung für Mai und werden dann den Auftrag an einen Generalunternehmer vergeben. Mit zweien sind die Konditionen schon ausgehandelt“, hofft Gabor nach rund zweijähriger Planung auf einen Baubeginn noch im ersten Halbjahr 2016. Der Supermarkt soll im Oktober 2017 eröffnen, das gesamte Projekt Ende 2017 fertig sein.

Der neue Supermarkt wird viermal so groß wie der alte sein. Wer ihn betreiben wird, sei angesichts der Übernahme-Bestrebungen von Edeka in Bezug auf Kaiser’s noch unklar. „Es gibt einen gültigen Mietvertrag mit Kaiser’s“, betont Gabor. Die unklare Situation sei für alle Beteiligten unschön. Der Neubau schließe sich unmittelbar an die bestehenden Häuser, in denen sich unter anderem eine Buchhandlung befindet, an.

Der Tankstellenpächter an der Zeunerstraße habe noch einen Vertrag bis 2025. Später könne dann dort und auf einem angrenzenden Grundstück, über dessen Kauf der Verband verhandele. im Zuge der Baulückenschließung ebenfalls Wohnbebauung entstehen, blickt Gabor in die Zukunft.

Unter den Gebäuden entsteht eine Tiefgarage mit 95 Plätzen. In Höhe des Supermarkt-Eingangs auf der Bredeneyer Straße werde eine Verkehrsinsel gebaut, Während der Bauphase würden alle Straßen, auch die „Kleine“ Bredeneyer, über die der Bauverkehr abgewickelt werde, befahrbar bleiben, erklärt Gabor. Einschränkungen werde es auf den Gehwegen und bei den Parkplätzen geben. Die Bauleitung soll in einem Container im Innenhof untergebracht werden.

Sorgen der Geschäftsleute

Nach dem Ende der Baustelle werde die „Kleine“ Bredeneyer Straße neu gestaltet und mit Längsparkplätzen ausgestattet. „Der Anlieferverkehr für den Supermarkt wird durch die ,Kleine’ Bredeneyer in den Innenhof und durch das Gebäude zur Rampe geleitet, wo entladen wird. Dadurch wird der Lärm deutlich gemindert“, erklärt Gabor. Auf dem Supermarkt ist eine begrünte Fläche mit Spielmöglichkeiten und Bänken geplant.

Lutz Weiler, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Bredeney Attraktiv, steht dem Projekt positiv gegenüber, sieht aber auch die Sorgen der Geschäftsleute, Anwohner und Immobilienbesitzer. „Einige Ladenbesitzer haben schon aufgegeben und es ist nicht sicher, dass alle anderen die Bauphase überstehen, wenn sie nicht mehr gut erreichbar sind“, so Weiler.

Benedikt Gabor kann die Sorgen verstehen, macht aber deutlich: „Wir gehen von einer deutlichen Aufwertung des Bredeneyer Zentrums aus. Und am Ende werden rund 150 Menschen hier einziehen, die ja auch wieder Kunden sind.“

 
 

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