Vandalen toben sich auf Oldtimer in Rüttenscheid aus

Der Opel Commodore A GS/E aus dem Jahr 1970 im unbeschädigten Originalzustand.
Der Opel Commodore A GS/E aus dem Jahr 1970 im unbeschädigten Originalzustand.
Foto: Privat
Dimitrios Nikolaidis hatte nur sehen wollen, ob mit seinem Opel Commodore zur Tour de Rü alles in Ordnung ist. Er stellte den Wagen, den er zwei Jahre lang restaurierte, auf einem Parkplatz an der Krawehlstraße ab. Am nächsten Morgen war das Liebhaberstück mit Kratzern und Fußabdrücken übersät.

Essen-Rüttenscheid.. Bis zum späten Montagnachmittag wurde der Beitrag von Daniel Leiti im sozialen Netzwerk Facebook mehr als 500 Mal geteilt: Seine Geschichte von mutwilligem Vandalismus erhitzt die Gemüter.

Freitagabend, Leitis Kumpel Dimitrios Nikolaidis holt seinen mühevoll restaurierten Opel Commodore aus der Garage an der Kahrstraße. „Wenn die Tour de Rü ist, fahren wir mit unseren Oldies auch gern durch Rüttenscheid. Ich wollte sehen, ob alles läuft“, begründet Nikolaidis. Auch, wenn er bei der eigentlichen Ausfahrt nicht dabei ist, dafür ist der Commodore aus dem Baujahr 1970 zu jung.

Wenige Meter, nachdem Nikolaidis losgefahren ist, beginnt der Motor zu stottern. Der Commodore-Fan – seit 1988 fährt der Rüttenscheider die Modelle dieser Baureihe – lässt den Wagen rollen und stellt ihn auf einem Parkplatz an der Krawehlstraße ab. „Ich habe den Opel gegen 20 Uhr in Höhe der Firma Küttner geparkt, da ich kein Werkzeug dabei hatte. Also wollte ich mich Samstagmorgen darum kümmern“, erinnert sich der 46-Jährige.

Pirouetten auf dem Dach gedreht

Als er gegen 9 Uhr zu seinem Wagen zurückkehrt, kann er es nicht fassen: Motorhaube und Dach sind übersät mit Dellen, Schuhabdrücken und Kratzern, die die kleinen Steine im Schuhprofil der Vandalen hinterlassen haben. „Auf dem Dach hat sogar jemand eine Pirouette gedreht, das konnte man deutlich an den Abdrücken sehen“, schildert der Autoliebhaber. Zwei Jahre Zeit und einige tausend Euro hat er in die Restauration des Commodore investiert, den er 2007 als lackierte Roh-Karosse erwarb. Alle Teile baute er selbst ein, suchte von den Scheinwerfern bis hin zu den Scheiben alle Komponenten selbst.

„Wer macht so etwas, wie gedankenlos kann man eigentlich sein?“, fragt sich Dimitrios Nikolaidis, der noch am Samstag Anzeige bei der Polizei erstattete. „Es ist nur ein Auto, für mich aber bedeutet es eine Menge“, sagt er. Den finanziellen Schaden schätzt der Hobby-Schrauber auf bis zu 2000 Euro, die exakte Höhe wird ein Gutachter am Freitag taxieren.

Hoffnung machen Nikolaidis die Kameras, die u.a. am Eingang des Beginenhofs installiert sind. Außerdem mutmaßen er und sein Freund Daniel Leiti, dass die „Idioten, die nichts besseres zu tun haben, als zu zerstören“, sich beim Toben auf dem Fahrzeug fotografiert haben. „Wenn jemand etwas gesehen hat oder irgendwo Bilder auftauchen, meldet euch bei der Polizei“, bittet Daniel Leiti via Facebook. Letztere nimmt Hinweise unter 8290 entgegen.

 
 

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