Urlaubsflair zur 14. Rüttenscheider Musiknacht

Captain Dance sorgt mit Eurodance und 90er-Jahre-Hits im Solid Club für Stimmung.
Captain Dance sorgt mit Eurodance und 90er-Jahre-Hits im Solid Club für Stimmung.
Foto: WAZ FotoPool
Perfektes Frühlingswetter bis in die Abendstunden hat die 14. Auflage der Rüttenscheider Live-Sause erst spät in Gang gebracht: Viele der 3000 Besucher bevölkern zunächst die Biergärten und Außengastronomien entlang der Rüttenscheider Straße.

Rüttenscheid.. Im Fritzpatricks Irish Pub dauert es keine drei Akkorde, bis das Eis gebrochen ist: Mit der Rock’n’Roll-Attitüde eines Jerry Lewis wirbelt Frank Elias über die Tanzfläche, die er zu diesem Zeitpunkt noch für sich allein hat. „Das ist meine Leidenschaft, Rock’n’Roll bietet den perfekten Rhythmus“, sagt der 45-Jährige, der noch ganz außer Atem ist.

Perfektes Frühlingswetter bringt die 14. Auflage der Rüttenscheider Musiknacht erst etwas später in Gang: Viele Nachtschwärmer drängen sich zunächst dicht an dicht in den Biergärten und Außengastronomien, schaffen fast ein wenig Urlaubsflair entlang der Rüttenscheider Straße. Zu ihnen gehört auch die künftige Braut Nadine Heimrath (29) aus Überruhr. Gemeinsam mit ihren zehn Freundinnen verbringt sie einen der letzten Abende „in Freiheit“ bei der Musiknacht. „Im Restaurant Rubacori wurde ich schon von wildfremden Menschen über die Schwelle getragen. Das ist alles verrückt heute“, juchzt die als Wichtel verkleidete junge Frau.

Von East17 bis Jethro Tull

Weniger kostümiert, dafür mit umso mehr Gitarre geht es im Früher Oder Später zu: „The Candidates“ aus Düsseldorf haben Classic Rock dabei. Ganz zur Freude von Peter Vinkenflügel (57), für den die Cover-Stücke von Bands wie Deep Purple, Jethro Tull und den Stones „ein Stück meiner Jugend“ sind. Überhaupt wird in vielen der 14 beteiligten Kneipen in alten Zeiten geschwelgt. „Wie jung muss man sein, um das gut zu finden“, raunt da ein Besucher vor dem Solid Club, in dem die vergleichsweise tatsächlich junge Band „Captain Dance“ Klassiker der Neunziger aufleben lässt – und von Britney Spears bis East 17 keine musikalische Kostbarkeit aus der Zeit des Eurodance auslässt.

„Im Solid war bei der Abschlussparty die Hölle los“, resümiert ein zufriedener Mario Schweiss am Morgen danach. Der 53-Jährige organisiert die Musiknächte seit 2003, hat sich mittlerweile mit ähnlichen Konzepten aus einigen anderen Städten zurückgezogen. „Nach Rüttenscheid komme ich aber immer noch gern“, sagt Schweiss. Die Musiknacht sei kompakter geworden, konzentriere sich mehr rund um das Girardethaus. „Die Leute wollen ja nicht meilenweit laufen, so haben sie alles dicht beieinander“, sagt Schweiss. Nach seinen Angaben waren es am Ende wieder 3000 Besucher, die zwischen Ego-Bar und Eigelstein unterwegs waren. „Live-Musik und Rüttenscheid“, so Schweiss, „das passt super zusammen.“

 
 

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