Unternehmerin erledigt Dienstleistungen fast jeder Art

Wenn Katja Tanzberger ein Dinner für Kunden organisiert, deckt sie auch den Tisch.
Wenn Katja Tanzberger ein Dinner für Kunden organisiert, deckt sie auch den Tisch.
Foto: Funke Foto Services
Die Bredeneyerin Katja Tanzberger hütet Häuser und Tiere und erledigt vieles mehr. Einmal sollte sie sogar ein Krokodil verkaufen.

Essen-Bredeney. Ihr Organisationstalent hat Katja Tanzberger vor gut einem Jahr zum Beruf gemacht. Die 39-jährige Bredeneyerin will nicht nur Geld verdienen, sondern auch Menschen helfen – und gründete so ihre Firma „Einfachmacher“. „Es läuft gut“, freut sie sich über den Erfolg ihrer Idee. Immer wieder sei sie überrascht, mit welchen Aufträgen und Wünschen Kunden an sie herantreten. „Der skurrilste Auftrag, an dem ich aber zugegebenermaßen gescheitert bin: Ich sollte ein zwei Meter langes Krokodil verkaufen“, erinnert sie sich.

Auf die Idee, sich mit einem vielfältigen Angebot an Dienstleistungen selbstständig zu machen, brachten sie eigentlich ihre Freunde. „Immer wieder wurde ich gefragt: Kannst du das erledigen oder kennst du einen kompetenten Ansprechpartner?“ Die gelernte Grafikerin gilt im Bekanntenkreis schon lange als Frau für alle Fälle, die für fast jedes Problem eine Lösung parat hat oder zumindest jemanden kennt, der helfen kann.

Dosenöffner für Katzen

„Zugute kommen mir dabei all die Jobs, die ich vorher hatte: Assistentin vom Museumschef, Requisiteurin beim Fernsehen, Servicekraft in der Gastronomie, Restaurantleiterin und vieles mehr“, blickt Tanzberger zurück. „Ich habe viel erlebt und gelernt und ein gutes Netzwerk aufgebaut“, sagt sie. Das komme ihr jetzt zugute. Für den Start in ihren neuen Job brauchte sie keine große Ausrüstung: „Ich bin ja primär draußen beim Kunden.“ Sie plant und recherchiert vom heimischen Schreibtisch aus, Telefon, Computer und Auto sind ihre wichtigsten Arbeitsgeräte.

Aus ihren Erfahrungen lernt sie. „Ein Auto ohne Frontantrieb kommt mir nicht mehr ins Haus.“ Denn auch bei Schnee und Eis warte vielleicht die Katze in Duisburg auf den Dosenöffner. „Das ist ein Lebewesen, für das ich die Verantwortung übernehme. Da muss ich pünktlich hin, und das schaffe ich auch, egal wie. Und wenn ich mit dem Taxi fahre . . .“

Wenn sie eine Party für Kunden organisiert, kümmert sie sich nicht nur um das Essen. „Wenn gewünscht, besorge ich Geschirr und Blumen, decke den Tisch, kaufe die Zutaten und sorge dafür, dass das Fest so verläuft, wie es sich der Auftraggeber vorstellt.“ Zehn Jahre Erfahrung in der Gastronomie würden da schon helfen.

Die Eigenheiten der Kunden

Eine kulturbegeisterte Seniorin begleitet Tanzberger einmal im Monat ins Theater, bringt sie sicher hin und zurück und leistet ihr Gesellschaft. Aufträge wie diese laufen über Monate oder Jahre, andere sind kurzfristig und projektbezogen. „Ich berechne in der Regel einen Basistarif, der Rest ist Provision. So bedeutet ein nicht verkauftes Krokodil, dass ich etliche Stunden umsonst recherchiert habe“, sagt die Unternehmerin.

Nicht nur zeitliche Flexibilität ist für ihren Job unbedingt erforderlich. Auch mit den Eigenheiten der Kunden weiß Tanzberger umzugehen. Die Bredeneyerin arbeitet mit zwei Partnern zusammen, die für die Bereiche Elektronik und Computer sowie für Tiernahrung zuständig sind. Auch freie Mitarbeiter, die für einzelne Aufträge Honorarverträge bekommen, setzt sie ein. Mit ihnen zusammen erledigt Tanzberger handwerkliche Aufgaben, Umzüge oder Caterings ruhrgebietsweit. Über Langeweile könne sie nicht klagen, sagt die Unternehmerin, die sich durchaus vorstellen kann, später einmal ein oder zwei Mitarbeiter einzustellen. Ihr Vorbild sei die Dienstleistungsmentalität der Amerikaner. „Da müssen wir hier auch hinkommen.“ Ihren Schritt in die Selbstständigkeit hat sie jedenfalls nicht bereut.

 
 

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