Uni-Sport auf altem Hochschulgelände in Essen vor ungewisser Zukunft

Von Jennifer Schumacher
Das Lehrschwimmbecken gehört zu dem drei Hektar großen Gelände der alten PH, welches bald verkauft werden soll.
Das Lehrschwimmbecken gehört zu dem drei Hektar großen Gelände der alten PH, welches bald verkauft werden soll.
Foto: WAZ FotoPool
Das Gelände der alten Pädagogischen Hochschule in Essen soll verkauft werden. 2000 Sportler trainieren dort wöchentlich. Ein Kaufangebot des zur Uni Duisburg-Essen gehörenden Vereins für Gesundheitssport und Sporttherapie scheiterte beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb. Wie es weitergeht, ist unklar.

Essen-Rüttenscheid. Die Hängepartie um das drei Hektar große Gelände der alten PH dauert an. Noch immer laufen Verhandlungen zwischen dem Eigentümer, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb, und dem Finanzministerium als vorgeschaltete Behörde, in welcher Form die Fläche zum Kauf ausgeschrieben werden soll, sagt Armin Lövenich, Leiter der zuständigen BLB-Niederlassung in Duisburg. Er hofft, „dass in zwei Monaten Klarheit herrscht“.

Leidtragende sind neben den von Vandalismus genervten Anwohnern auch die Mitglieder des Vereins für Gesundheitssport und Sporttherapie (VGSU), die das Lehrschwimmbecken und den Gymnastikraum an der Henri-Dunant-Straße nutzen. Rund 2000 Mitglieder trainieren dort in der Woche, vor allem Behinderte, Senioren und erkrankte Menschen. Bereits im vergangenen März hatte der Verein um Vorsitzenden Jürgen Schmagold ein Kaufangebot für das vergleichsweise kleine Areal vorgelegt.

„Mehr als Flickschusterei ist da aber leider nicht drin“

900 000 Euro sollten zunächst gezahlt werden. Auch Politiker wie SPD-Landtagsabgeordnete Britta Altenkamp trommelten für den Verein - ohne Erfolg. „Nachdem wir festgestellt haben, dass der Quadratmeterpreis aufgrund der Widmung als Bildungs- und Wissenschaftseinrichtung deutlich niedriger liegt, kam vom BLB keine Antwort mehr“, sagt Schmagold.

Der Landesbetrieb argumentiere mit Wirtschaftlichkeit. „Doch so, wie sich die Lage jetzt gestaltet, ist es weder für den BLB noch für uns wirtschaftlich“, argumentiert Schmagold für einen Kauf. „Der BLB macht nichts mehr an den Räumen, wir müssen uns selbst um die Instandhaltung kümmern. Mehr als Flickschusterei ist da aber leider nicht drin“, sagt Schmagold.

Mitglieder räumlich eingeschränkt

Allein für das vergangene Jahr musste der VGSU 70 000 Euro Nebenkosten berappen. In einer ersten Rechnung lautete der Betrag sogar 180 000 Euro, „hier hatte der BLB uns aber Nebenkosten für das PH-Gebäude berechnet, das wir ja gar nicht nutzen. Das konnten wir zum Glück richtig stellen“, sagt Schmagold.

Der Vorsitzende steht vor allem vor der bangen Frage, was aus dem Verein, der demnächst 25-jähriges Bestehen feiert, wird, wenn der BLB die Fläche komplett vermarktet. Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht, so Schmagold: „Unsere Mitglieder sind größtenteils räumlich eingeschränkt, die können wir zu verschiedenen Kursen nicht kreuz und quer durch die Stadt schicken.“

BLB sieht sich nicht in der Pflicht

Der BLB sieht sich nicht in der Pflicht, Alternativen anzubieten. „Wir wollen das Gelände verkaufen, mit oder ohne die Vereinsräume“, sagt Lövenich. Man wolle den Verein nicht „loswerden“; viel mehr gehe es um Wirtschaftlichkeit, betont der Niederlassungsleiter. Eine Eigenschaft, mit der man an diesem Standort bislang nicht glänzen konnte.