Stadt will Discounter an Müller-Breslau-Straße verhindern

Mit einem veränderten Bebauungsplan möchte die Stadt die Ansiedlung eines Lebensmittel-Discounters verhindern.
Mit einem veränderten Bebauungsplan möchte die Stadt die Ansiedlung eines Lebensmittel-Discounters verhindern.
Foto: WAZ FotoPool
Ein Lebensmittelhandel hat im Juli eine Bauvoranfrage bei der Stadt für das ehemaliges Fabbrica-Geländean der Müller-Breslau-Straße gestellt, um dort einen 800 Quadratmeter großen Supermarkt zu bauen. Die Stadt möchte die Ansiedlung jetzt verhindern.

Essen-Rüttenscheid.. Mit einer Änderung des Bebauungsplanes möchte die Verwaltung die Ansiedlung eines Lebensmittel-Discounters an der Müller-Breslau-Straße auf dem Gelände der ehemaligen Fabbrica Italiana verhindern. Ähnlich wie bereits an der Veronikastraße, wo Lidl im Frühjahr eine Bauvoranfrage gestellt hatte, sieht die Stadt auch an diesem Standort die Ziele des Masterplans Einzelhandel gefährdet. Der Plan soll helfen, die Zentren, im Fall von Rüttenscheid an der Rüttenscheider Straße und im Südviertel, zu stärken. Außerdem soll so sicher gestellt werden, dass der Einzelhandel nicht zerfasert und so insgesamt geschwächt wird. Nach Ansicht der Stadt liegt der Bereich an der Müller-Breslau-Straße außerhalb dieser zentralen Versorgungsbereiche.

In dem bereits bestehenden Gewerbe an der Müller-Breslau-Straße sieht die Verwaltung eine „strukturelle Fehlentwicklung“. Neben dem Getränkemarkt finden sich dort einige Büros in den rückwärtig liegenden Gebäuden, etwa ein Ingenieur, ein Steuerberater und eine Schule für Podologie. Diese gewerblichen Nutzungen bleiben von einem veränderten Bebauungsplan unbenommen. Laut der Vorlage aus dem Rathaus würde sich aus städteplanerischer Sicht eine Weiterentwicklung der Wohnbebauung nach Nordosten an dieser Stelle anbieten.

Gelände liegt seit 2010 brach

„Wie der neue Bebauungsplan im Einzelnen jedoch aussieht, wird noch zu klären sein, ob etwa Gastronomie an dieser Stelle weiterhin möglich ist“, heißt es aus dem Planungsamt der Stadt. Die Bezirksvertretung II entscheidet in ihrer Sitzung am 28. August über die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes, danach befasst sich auch der Ausschuss für Stadtplanung im September mit dem Thema.

Für die Grundstücke an der Müller-Breslau-Straße 26-30 hatte ein namentlich nicht bekannter Discounter am 15. Juli eine Bauvoranfrage gestellt: Auf 800 Quadratmetern Fläche hätte er dort gerne einen Supermarkt errichtet – trotz des nur wenige Meter entfernten Lidl-Marktes. „Laut des bestehenden Planes aus den 1970er-Jahren wäre das rechtlich auch möglich. Deswegen möchten wir schnell eine Änderung erreichen“, heißt es aus dem Planungsamt.

Nicht zu möglichen Plänen äußern wollen

Auch Planungsdezernent Hans-Jürgen Best würde die Fläche gern mit Wohnbebauung weiterentwickeln. „Das wäre für dieses Grundstück wünschenswert.“ Der Eigentümer der Fläche hatte sich in der Vergangenheit nicht öffentlich zu möglichen Plänen äußern wollen. Im Oktober 2010 hatte das italienische Restaurant an diesem Standort Insolvenz angemeldet. Seither liegt das gut 7500 Quadratmeter große Gelände brach.

 
 

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