Sicherheit auf der Rüttenscheider Straße erhöhen

Jennifer Schumacher
Diese neuen Fahrradbügel gegenüber dem Rewe-Supermarkt wurden kürzlich aufgestellt,nachdem unbekannte Täter die Vorgängermodelle kurzerhand abmontiert hatten.
Diese neuen Fahrradbügel gegenüber dem Rewe-Supermarkt wurden kürzlich aufgestellt,nachdem unbekannte Täter die Vorgängermodelle kurzerhand abmontiert hatten.
Foto: FUNKE Foto Services
Das Amt für Straßen und Verkehr arbeitet an Gesamtkonzept für die Rüttenscheider Straße. Einige kleinere Verbesserungen sind schon umgesetzt worden.

Essen-Rüttenscheid.  Wie viele unterschiedliche Interessenlagen an der Rüttenscheider Straße aufeinanderprallen, zeigt ein drastischer Fall von Vandalismus am Zebrastreifen gegenüber dem Rewe-Supermarkt. „Die Fahrradständer dort hatten Unbekannte einfach abgesägt. Offenbar waren die Täter keine Fahrradfreunde“, sagt Harald Bräunlich, Abteilungsleiter Verkehrs- und Baustellenmanagement sowie Geschäftsführer der Unfallkommission.

Mittlerweile stehen die Bügel wieder und haben nicht nur für Radler praktische Gründe, wie Bräunlich erläutert: „Der Fußgängerüberweg ist so leichter und früher zu erkennen, da kein Auto dort abgestellt werden kann. Diesen Trick haben wir an allen Fußgängerüberwegen auf der Rü angewandt.“

„Die gesamte Rüttenscheider Straße ist eine Unfallhäufungsstelle“

Nur eine kleine von zahllosen weiteren Maßnahmen, die nach Ansicht Bräunlichs noch notwendig wären, um die Rü sicherer zu machen. Nichts geringeres als ein „Gesamt-Verkehrskonzept“ für die Rü hatte er im Frühjahr als Mammutaufgabe benannt, nachdem Bezirkspolitiker weitere Ladezonen nahe der Kreuzung zur Girardet­straße gefordert hatten. Statt wie bisher kleinteilig zu arbeiten und den Schilderwald eher auf- als abzubauen, brauche es den „großen Wurf mit Weitblick“, forderte Bräunlich.

Mittlerweile hat er sich innerhalb seiner Abteilung abgestimmt, weitere Experten von Polizei, Ordnungsamt, Verkehrsplanung, Amt für Straßen und Verkehr sowie der Politik sollen nun in einem nächsten Schritt hinzugezogen werden.

Dabei sollen die Problemfelder Parken, Geschwindigkeit und Verkehrsführung insgesamt betrachtet werden. Denn, so betont Bräunlich: „Die gesamte Rüttenscheider Straße ist eine Unfallhäufungsstelle.“ Ein Schwerpunkt sei der Abschnitt zwischen Rüttenscheider Stern und Martinstraße. „Dort sind häufig Fußgänger in Unfälle involviert, werden etwa beim Ausparken übersehen. Außerdem ist zu beobachten, dass viele Passanten die Rüttenscheider Straße überall und nicht nur an den Zebrastreifen und Ampeln überqueren. Das erhöht natürlich das Risiko“, sagt Bräunlich.

Radverkehr an der Kreuzung Martinstraße soll entspannt werden

Auch der kombinierte Rad- und Fußgängerweg ist dem Verkehrsexperten ein Graus. „Zumindest an der Kreuzung Martinstraße schaffen wir nun eine kleine Entspannung und fädeln den Radverkehr schon vor der Kreuzung in Richtung Innenstadt in den fließenden Verkehr ein“, sagt Bräunlich. Zwischen Wiedfeldt- und Hohenzollernstraße hat er die Rü gemeinsam mit seiner Abteilung in sieben Abschnitte unterteilt, die nun genauer unter die Lupe genommen werden sollen. Als erstes wird das Stück zwischen Fridtjof-Nansen- und Girardetstraße untersucht. „In diesem Zusammenhang prüfen wir auch, ob und wie sich eine erweiterte Ladezone realisieren lässt“, sagt Bräunlich.

Dass er sich eine schier unlösbare Aufgabe vorgenommen hat, ist dem Verkehrs-Experten bewusst: „Jede Menge Verkehr, Taxihalteplätze, Lieferzonen, Außengastronomie, viele Passanten und öffentlicher Nahverkehr – hier prallen auf engem Raum viele Interessen aufeinander“, sagt Bräunlich. Gleichzeitig dürfe es keine Denkverbote geben, müssten auch zukünftige Themen wie E-Mobilität und eine Zunahme des Radverkehrs in die Überlegungen mit einbezogen werden. Wie hilfreich schon kleine Maßnahmen sein können, zeige sich etwa am Stern: Dort bekam der Rechtsabbieger von der Zweigertstraße auf die Rü eine eigene Spur, „seither sind dort weniger Unfälle passiert“, hat Bräunlich beobachtet.