Schulhof-Entsiegelung kann beginnen

Die Pläne für die Schulhofgestaltung präsentieren Karina (l.) und Selina von der Gesamtschule Holsterhausen. Foto: Dinah Büssow/WAZ FotoPool
Die Pläne für die Schulhofgestaltung präsentieren Karina (l.) und Selina von der Gesamtschule Holsterhausen. Foto: Dinah Büssow/WAZ FotoPool
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Die preisgekrönten Ideen der Projektgruppe „Grüne Welle“ der Gesamtschule Holsterhausen zur Regenwasserbehandlung stehen kurz vor der Realisierung. Als erster Schritt soll der Schulhof entsiegelt und begrünt werden.

Holsterhausen. Das preisgekrönte Regenwasserbehandlungsprojekt der Gesamtschule Holsterhausen steht kurz vor der Umsetzung. Gebührend geehrt von Bundesbildungsministerin Annette Schavan und belohnt mit einer New-York-Reise als Hauptpreis des Focus-Schülerwettbewerbs wurden die Mitglieder der Projektgruppe „Grüne Welle“ ja bereits im vergangenen Jahr. Doch was nützt die höchste Auszeichnung, wenn der Schulhof trist und grau bleibt? Das soll sich jetzt ändern: Wenn alles glatt läuft und das zuständige Amt für Immobilienwirtschaft das Okay gibt, kann die von den Schülern geplante naturnahe Umgestaltung des Pausenhofs im April beginnen.

Für die Schüler ist das ein Riesenerfolg, denn nach der ersten Euphorie mussten sie auch Rückschläge einstecken. Bohrungen auf dem Schulgelände, die das Umweltamt im Sommer auf seine Kosten durchführte, ergaben eine so hohe Schadstoff-Belastung des Lehrerparkplatzes und eines Schulhofs, dass dort der Boden weit abgetragen werden müsste, was immense Kosten bedeuten würde.

„Bei Schulhof A vor dem Haupteingang hat das Umweltamt aber grünes Licht gegeben“, freut sich Schulleiterin Ulrike Pelikan. Eine Fläche von rund 200 Quadratmetern wird entsiegelt, 40 Zentimeter Boden werden abgetragen. Statt der Asphaltdecke wird ein Weg mit Betonsteinen angelegt, der das Versickern von Regenwasser ermöglichst. Die Entscheidung für die Steine fiel auch aus praktischen Überlegungen und Gründen der Verkehrssicherheit. „Der Weg darf bei Regen nicht zu matschig werden, damit die Schüler sich nicht total dreckig machen und den Schmutz mit ins Schulgebäude tragen“, erläutert Siebtklässlerin Selina. Da das Schulgebäude an der Böcklinstraße auch die Oberstufe beherbergt - die Klassen fünf bis sieben sind im Gebäude an der Keplerstraße untergebracht - „haben wir auch an die Mädchen gedacht, die vielleicht in High Heels dort entlang laufen“, sorgte die Schülerin bei der Vorstellung der Pläne für Schmunzeln. Drei pyramidenförmige Sitzbereiche mit Findlingen sind geplant, auch die Mauern bieten Sitzplätze. Der Boden soll eine wassergebundene Decke aus Dolomitsand erhalten. Hecken schirmen den Hof zu den umliegenden Straßen ab, so dass das Areal später auch als „grünes Klassenzimmer“ für Unterricht im Freien genutzt werden kann.

Insgesamt rund 40 000 Euro wird die Umgestaltung kosten. Das Geld wollen die Schüler weitgehend selbst bei Sponsoren und Kooperationspartnern einwerben - eine zeitaufwendige Aufgabe. Den Jugendlichen zur Seite stehen, wie schon während des gesamten Projekts, Lehrerin Johanna Ströttchen und Künstlerin Katja Langer. Die Pläne für die Hofgestaltung wurden zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Thorsten Symanzick entwickelt, der Vor- und Nachteile bestimmter Bodenbeläge mit den Schülern diskutierte, Machbarkeit und Kosten-Nutzen-Relation im Blick behielt.

Die Stadt hatte die Schüler durch die Übernahme der Kosten für Bohrungen und Bodenanalyse unterstützt. Bürgermeister Rolf Fliß (Grüne) fand das Projekt so gut, dass er über persönliche Kontakte Mutterboden und einen Bagger für die Umsetzung organisierte. „Persönlich stifte ich von dem Geld, das ich zum 50. Geburtstag bekommen habe, ein paar Walnussbäume“, verspricht Fliß. Auch Geldspenden sind bereits eingegangen. Hoffnung auf weitere Förderung besteht: „Das Umweltministerium überlegt, ob es uns unterstützen kann“, berichtet Schulleiterin Ulrike Pelikan.

Wenn es nach den Schülern geht, ist die Hofumgestaltung übrigens nur der erste Schritt: In ihrer preisgekrönten Arbeit haben sie außerdem ein Gründach für die Turnhalle sowie die Umleitung des Regenwassers in eine Zisterne und die anschließende Nutzung für die Toilettenspülungen vorgeschlagen.

Doch weil die komplette Umsetzung der Ideen rund 300 000 Euro plus Sachmittel kosten würde, kann die Realisierung nur nach und nach erfolgen. Aber das stört die Schüler nicht. Mit der jetzt bevorstehenden Hofgestaltung ist ein wichtiges Etappenziel erreicht - das macht sie stolz.

 
 

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