Ringen um Kunstwerkerschule im Siepental geht weiter

Die Stadt will mit dem Abriss der Kunstwerkerschule und Bebauung des Grundstückes Geld verdienen. Die BV II bringt u.a. eine Hebammenschule ins Spiel.
Die Stadt will mit dem Abriss der Kunstwerkerschule und Bebauung des Grundstückes Geld verdienen. Die BV II bringt u.a. eine Hebammenschule ins Spiel.
Foto: Funke Foto Services
Die Stadtverwaltung will ein altes Schulhaus in Bergerhausen abreißen, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen. Ortspolitiker sind dagegen.

Essen-Bergerhausen.. Die Stadt will die alte Kunstwerkerschule im Bergerhausener Siepental abreißen und Wohnhäuser bauen lassen. Dagegen legt die Bezirksvertretung (BV) II jetzt Einspruch ein – es gebe andere Möglichkeiten für eine sinnvolle Nutzung.

Ein wenig ins Schleudern kam Muhammet Bozkurt schon, als er in der BV-Sitzung um grünes Licht für das Neubauprojekt auf dem Grundstück an der Kunstwerkerstraße bat. Aber wie soll man auch begründen, dass man zehn Jahre lang keinen Investor für das alte – nicht denkmalgeschützte – Schulhaus gefunden hat, wenn das Publikum vom Gegenteil überzeugt ist? „Wir wissen von einem potenziellen Investor für eine Hebammenschule mit Kita. Er will das historische Gebäude für die Nachwelt erhalten“, sagte SPD-Sprecher Peter Lankes. Und auch Hans Schippmann (CDU) glaubte nicht recht daran, dass die Stadt schon alle Wege beschritten hat: „Es gibt eine zweite Möglichkeit, nämlich die Einrichtung eines Ärtztehauses.“

3500 Quadratmeter Grundstück

Schon 2005 hatten die Politiker der Verwaltung ans Herz gelegt, das derzeit von Künstlern genutzte Schulhaus mitsamt 3500 Quadratmetern grünem Grundstück zu erhalten. Herausgekommen war nicht viel. „Der damalige Investor für eine Designschule war aufgrund der Sanierungskosten für das Haus abgesprungen“, berichtete Bozkurt. Offensiv und durch öffentliche Bekanntmachung angeschoben, so räumte der Verwaltungsmann ein, sei die Vermarktung des Grundstücks nicht betrieben worden. Interessenten habe es nur für Wohnungsbau gegeben.

Hübsches Sümmchen für klamme Stadtkasse

Eben jenes dafür notwendige Planungsrecht soll jetzt geschaffen werden. Denn dass man mit der Fläche, die in der Nähe des Loft-Hauses in der alten Dinnedahl’schen Fabrik liegt, ein Sümmchen Geld für die chronisch klamme Stadtkasse einspielen kann, darüber dürfte nirgends Zweifel bestehen. Von Eigenheimen in Reihen- und Doppelhausmanier bis zu dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern reichen die Überlegungen. Nach der Stellungnahme der BV II soll eigentlich im Bauausschuss im August entschieden werden.

Doch die Ortspolitiker wollen nicht so stark ins Umfeld eingreifen. „Eine Bebauung würde den Charakter des Ortsbildes und der dortigen grünen Oase erheblich verändern. Als Verwaltung kann man auch mal mutig sein und muss nicht immer möglichst breit und hoch bauen“, unterstrich die Grüne Irmgard Krusenbaum. Eine weitere Sorge der Politiker: „Auf der Kunstwerkerstraße ist bereits jetzt durch die benachbarte Finka Bar Celona viel Betrieb“, so CDU-Sprecher Heinz-Leo Draese. Für Tempo bei der Vermarktung sieht die BV keine Ursache. Lankes (SPD): „Auf einige Wochen mehr, weil man mit anderen Interessenten spricht, kommt es nicht mehr an.“

EURE FAVORITEN