Pöbeleien und üble Anmache - Sicherheitsdienst patrouilliert im Grugabad in Essen

Das Grugabad war in den letzten Wochen gut besucht.
Das Grugabad war in den letzten Wochen gut besucht.
Foto: Hans Blossey
Sicherheitsleute patrouillieren im Grugabad und sorgen für relativen Schutz. Weil es häufig Pöbeleien, Anmache und Diebstähle gibt, will die Stadt das Konzept für die nächste Saison überarbeiten. Die Probleme kennt sie schon seit langem.

Essen. Früher reichten der schrille Pfiff des Bademeisters und ein strenger Blick, um übermütige Jugendliche im Grugabad zur Raison zu bringen. Heute patrouilliert, wie in fast allen Städten, ein Sicherheitsdienst von „Issa-Security“ durch das größte Essener Freibad, um für relativ unbeschwertes Badevergnügen zu sorgen. Denn Rangeleien, Pöbeleien, penetrante Anmache von Testosteron gesteuerten Jungen gehören leider zum Schwimmalltag.

Taschendiebstähle undkörperliche Anmache

Das zeigen die täglichen Konflikte und die Kommentare, die im Internet unter dem Stichwort „Grugabad“ zu finden sind: Neben manch positiven Urteilen gibt es auch viele Beschwerden: Zwölfjährige Mädchen beklagen, wie sie im Wasser übel angegrabscht wurden, andere berichten über Taschendiebstähle. Darum gilt: Wertsachen einschließen, oder, noch besser, zu Hause lassen. Gerade wenn das Bad an heißen Tagen aus allen Nähten platzt, wird es unübersichtlich - für Diebe ist das perfekt.

Die Probleme kennt die Stadt schon seit langem – und hat entsprechend reagiert: Bereits seit 1990 sind in der Freibadsaison pro Schicht je nach Wetterlage vier bis sieben Männer des Essener Sicherheitsdienstes auf dem großen Gelände unterwegs - nicht nur die vier Schwimmbecken, auch die rund 2.500 Quadratmeter große Liegefläche müssen im Auge behalten werden. Neben dem Security-Dienst sind noch bis zu zehn Schwimmmeister vor Ort, die die Wasserflächen und den Beckenrand kontrollieren. Wer auf die Idee kommen sollte, eine laue Sommernacht für einen Sprung ins kühle Nass zu nutzen, wird im Grugabad keine Freude haben: Bewegungsmelder entdecken jeden Eindringling und schalten Flutlichter ein, zudem lebt ein Bademeister mit Wachhund auf dem Gelände.

Bestandsaufnahme nach der Saison

Trotz aller bereits bestehenden Sicherheitsmaßnahmen wird sich die Stadt am Ende dieser Saison mit allen Verantwortlichen für eine Bestandsaufnahme zusammensetzen und über etwaige Maßnahmen für den nächsten Sommer entscheiden. Sie reagiert damit auf die derzeitige Berichterstattung zum Thema Sicherheit in Schwimmbädern.

Alle Mitarbeiter werden auch weiterhin jederzeit ansprechbar für die Gäste sein, die sich noch bis zum 8. September in die Fluten des Wellenbades stürzen oder vom Zehn-Meter-Brett springen können. So lange hat das Grugabad seine Türen geöffnet und hofft für die letzte Woche auf weiterhin gutes Wetter. Das hat bislang - dem heißen Juli sei Dank - für eine ganz passable Auslastung gesorgt. 121.082 Besucher wurden bis zum 26. August gezählt. Das sind etwas mehr als im vergangenen Jahr: 2012 gab es insgesamt 118.784 zahlende Gäste.

 
 

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