Ohne Ehrenamtliche läuft bei der Elterninitiative nichts

Erika Ehlis-Florian (l.) und Elisabeth Rummels nähen Mützen für die kranken Kinder.
Erika Ehlis-Florian (l.) und Elisabeth Rummels nähen Mützen für die kranken Kinder.
Foto: WAZ FotoPool
Die Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder setzt auf einen Stamm an Helfern. Frauen nähen Mützen für kleine Patienten.

Essen-Holsterhausen. Als sich 1983 die Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder gründete, war schnell klar: Die Aufgaben sind so vielfältig, dass sie auf viele Schultern verteilt werden müssen. „Wenige Tage nach der Vereinsgründung sind wir damals schon mit unserem Elterncafé gestartet, das es bis heute jeden Donnerstagnachmittag auf der Kinderkrebs-Station des Klinikums gibt“, erinnert sich Peter Hennig, der langjährige Vorsitzende der Elterninitiative.

Ehrenamtliche Helfer organisieren Kaffee und Kuchen und laden Eltern, deren Kinder an Krebs erkrankt sind, zu einer gemütlichen Stunde ins Schwesternzimmer ein. Die Kinder spielen zeitgleich mit einer Erzieherin. „Wir wollen betroffenen Eltern die Möglichkeit zum Austausch geben. Manchmal ist es einfach wichtig, jemanden in einer ähnlichen Situation kennenzulernen, der einem Tipps geben oder Mut machen kann“, sagt Elisabeth Rummels (63), die durch ihre Tochter zum Kreis der Ehrenamtlichen kam. Sie hat inzwischen auch ihren Mann Horst Rummels (69) von der Mitarbeit überzeugt hat. Er fertigt jetzt gemeinsam mit Horst Meyer Holzartikel zum Verkauf für die Vereinskasse.

„Damals haben wir die Station verschönert, bunte Vorhänge genäht“, erinnert sich Peter Hennig. Leid gebe es schon genug, da müsse man etwas Farbe in den Alltag bringen. Zum festen Programm gehört inzwischen das gemeinsame Montagsessen zum Start in die Woche. „Eigentlich sollten Ehrenamtliche mit den Bewohnern des Elternhauses, die aus ganz verschiedenen Ländern stammen, internationale Gerichte zubereiten. In der Praxis kochen aber meist, auch auf deren Wunsch, nur die Ehrenamtlichen“, sagt Hennig, der sich eigentlich im Sinne der Außenwirkung gewünscht hatte, dass aus der Aktion ein Kochbuch mit außergewöhnlichen Rezepten entstehen würde, das zu Gunsten des Vereins verkauft werden könnte. „Manche Ideen lassen sich halt nicht in die Praxis umsetzen. Man muss auch Rücksicht auf die Ehrenamtlichen nehmen.“

Außenwirkung erzielen dagegen ganz sicher die Mützen für Kinder und Jugendliche, die ihre Haare als Folge der Krebstherapie verloren haben. Erika Ehlis-Florian (65), die selbst unter Krebs litt und auf der Station schockiert war vom Leid der Kinder, und Elisabeth Rummels haben seit Ende 2014 bereits knapp 100 Mützen genäht und verteilt. Auch Beutel für Kinder, die Zugänge gelegt bekommen haben, erleichtern den kleinen Patienten das Leben. „Einpacken hilft gegen das Wundscheuern“, weiß Ehlis-Florian. Die kranken Kinder können Mützen und Co. aus einer Box auf der Station fischen. Die Aufschrift ist vieldeutig: „Wir behüten dich“.

Ehrenamtliche haben viel Spaß

„Natürlich ist das Thema Kinder und Krebs schwierig und emotional. Aber das heißt nicht, dass unsere Ehrenamtlichen nicht auch viel Spaß haben, neue Kontakte knüpfen und ganz viel lachen“, betont Lara Krieger, seit Oktober 2014 hauptamtlich im Elternhaus des Vereins an der Kaulbachstraße 10 tätig. Sie ist Ansprechpartnerin für die Ehrenamtlichen, verteilt die Aufgaben. So müssen zum Beispiel Helfer für das Sommerfest in der Klinik, die Teilnahme am Martinszug und für Ausflüge gefunden werden.

Ohne Ehrenamtliche läuft auch an den Info-Ständen des Vereins bei Festen und Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet nichts. „Da geht schon mal ein ganzer Samstag bei drauf. Deshalb sollte die Familie schon mitziehen“, sagt Elisabeth Rummels, die aber betont, dass sie sich gern engagiert und überzeugt ist, das richtige Ehrenamt gefunden zu haben. Info-Material verteilen, Fragen beantworten, Deko-Artikel – teils von Ehemann Horst gebastelt – verkaufen: Am Info-Stand wird es nicht langweilig: Aber leider scheint dabei nicht immer die Sonne . . .

„Wir haben inzwischen einen Stamm von rund 25 Ehrenamtlichen“, freut sich Peter Hennig, Vorsitzender der Elterninitiative, über den guten Zuspruch. Jeden zweiten Donnerstag im Monat um 18 Uhr treffen sich Ehrenamtliche und Vorstandsmitglieder im Elternhaus am runden Tisch, um über ihre Arbeit zu sprechen und Aufgaben zu verteilen. Neue Ehrenamtliche oder Bürger, die sich unverbindlich über den Verein informieren wollen, sind jederzeit willkommen.

 
 

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