Neue Kunstwerke auf der Skulpturenwiese am Moltkeplatz

Seit dem vergangenen Wochenende ist Heinz Brelohs Skulptur „Lebensgröße“ wieder auf ihrem angestammten Platz auf der Skulpturenwiese am Moltkeplatz.
Seit dem vergangenen Wochenende ist Heinz Brelohs Skulptur „Lebensgröße“ wieder auf ihrem angestammten Platz auf der Skulpturenwiese am Moltkeplatz.
Foto: FUNKE Foto Services
Die „Lebensgröße“ von Heinz Breloh ist nach über zwei Jahren zurück. Vandalismus ist auf der Skulpturenwiese kein Thema – aus gutem Grund.

Essen-Moltkeviertel..  Während der Stadt mit den „Ganz großen Geistern“ ein bedeutendes Stück Kunst im öffentlichen Raum verloren gegangen ist, hat die Skulpturenwiese im Moltkeviertel ein bekanntes Objekt wieder hinzu gewonnen: Die Skulptur „Lebensgröße“ des 2001 verstorbenen Künstlers Heinz Breloh ist seit dem vergangenen Wochenende wieder an ihrem angestammten Platz.

Das Werk war seit 1994 fester Bestandteil der Skulpturenwiese. 2013 war es wegen auslaufender Verträge entfernt worden. Die Erbengemeinschaft Breloh, in der die Brüder des Künstlers dessen Nachlass verwalten, hatte sich nun für eine Wiederaufstellung eingesetzt. „Der neue Vertrag zwischen der Stadt und der Erbengemeinschaft wurde im Januar geschlossen. Seit dem vergangenen Wochenende ist die Lebensgröße wieder an ihrem angestammten Platz“, freut sich Volker Wagenitz, Vorsitzender des Vereins Kunst am Moltkeplatz, der wie üblich die Patenschaft für die gut zwei Meter hohe Skulptur übernommen hat.

Begeisterung im Viertel für die Kunst am Moltkeplatz

Vandalismus-Befürchtungen, die an der Philharmonie zum Abbau der drei Skulpturen von Thomas Schütte geführt hatten, hegt Wagenitz nicht: „Seit sich unser Verein 2006 gegründet hat, ist kein Fall von Vandalismus aufgetreten. Sicherlich kommt es vor, dass das ein oder andere Werk mit Graffitischmierereien verunziert wird. Aber auch das ist glücklicherweise nicht oft der Fall“, sagt Wagenitz, der nicht zuletzt in der sozialen Kontrolle am Moltkeplatz einen guten Schutz sieht: „Dass die Kunst hier unbeschadet stehen kann, führe ich zu einem guten Teil auf die Begeisterung im Viertel zurück. Außerdem hat eine ganze Häuserreihe ein wachsames Auge darauf.“

Dass die Lebensgröße wieder ihren Platz auf der Wiese gefunden habe, entspreche auch dem Wunsch ihres Schöpfers, weiß Wagenitz: „Heinz Breloh hat die Lebensgröße für den Moltkeplatz geschaffen, er wollte, dass sie hier verbleibt.“ Die Lebensgröße steht vis-à-vis von Gloria Friedmanns Werk „Abgestorbener Baum“.

Die Wiederaufstellung der Lebensgröße wird am Sonntag, 13. März, mit einer Vernissage um 15 Uhr auf der Skulpturenwiese am Moltkeplatz gefeiert. Als Redner sind Bürgermeister Franz-Josef Britz, Sabine Peretzke, Koordination Kunst im öffentlichen Raum, und der Kunsthistoriker Manfred Schneckenburger zu Gast, der in das Werk einführen wird. Weitere Informationen gitb es hier.

Politik entscheidet über weiße Welle

Neben den bestehenden Kunstwerken gibt der Verein Kunst am Moltkeplatz (KaM) seit 2010 jungen Künstlern eine Plattform auf Zeit. Nachdem zuletzt die Installation „Korridor“ viel Beachtung fand, hat sich der Verein nun für einen Entwurf des Düsseldorfer Künstlers Martin Pfeifle entschieden.

Es ist bereits das sechste temporäre Kunstwerk, das im Rahmen der Reihe „Junge Kunst am Moltkeplatz“ aufgestellt werden soll. Das letzte Wort hat die Bezirksvertretung I, die am heutigen Dienstag in ihrer Sitzung über den Antrag von KaM abstimmt.

„Weiße Welle“ heißt die Installation, die Martin Pfeifle auf der Skulpturenwiese errichten möchte. Dabei gleicht die rund zehn Meter große Installation einer überdimensionalen Parkbank. „Die weiße Welle wird den Platz verändern und dominieren – genau solche neuen Ansichten wollen wir mit der jungen Kunst erreichen, die Wiese ist auch zum Ausprobieren da“, erklärt KaM-Vorsitzender Volker Wagenitz. Das Projekt werde dabei auch erstmals durch die Kunststiftung NRW unterstützt.

Marcel Schumacher, Kurator der Reihe „Junge Kunst am Moltkeplatz“ und Leiter des Kunsthauses NRW in Aachen, lobt Pfeifles Entwurf als „prägnante Idee für den öffentlichen Raum des Moltkeplatzes“ und die damit einhergehende „Formensprache der abstrakten Moderne“.

 
 

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