Neue Boxen am Bahnhof Süd – wie man sein Rad sicher parkt

Bezirksbürgermeister Gerd Barnscheidt, Radbeauftragter Christian Wagener, Hans-Peter Liesenklas vom Amt für Straßen und Verkehr sowie Planungsdezernent Jürgen Best (v.l.).
Bezirksbürgermeister Gerd Barnscheidt, Radbeauftragter Christian Wagener, Hans-Peter Liesenklas vom Amt für Straßen und Verkehr sowie Planungsdezernent Jürgen Best (v.l.).
Foto: WAZ FotoPool
Zwar gilt Essen im bundesweiten Vergleich nicht als Hochburg der Raddiebstähle: Die Aufklärungsquote von 3,84 Prozent im vergangenen Jahr zeigt jedoch, dass Betroffene nur selten die Chance haben, ihr Rad wiederzusehen. Am Bahnhof Süd hat die Stadt nun sechs neue Fahrradboxen installiert.

Essen-Süd.  Ein bisschen futuristisch muten sie an, die mattschwarzen Boxen, die seit kurzem am Bahnhof Süd stehen. Öffnen lassen sich die sechs Fahrrad-Garagen mit einem elektronischen Schlüssel im Kreditkartenformat. „Wir wollen das Radfahren in Essen attraktiver machen – nicht nur durch Lückenschlüsse, sondern auch mit besseren und mehr Abstellmöglichkeiten“, so Planungsdezernent Jürgen Best, der selbst passionierter Radfahrer ist.

Gerne würde Christian Wagener, Radverkehrsbeauftragter der Stadt, auch an weiteren S-Bahnhöfen, etwa in Borbeck und Essen-West, Boxen aufstellen. „Durch die Haushaltssperre lässt sich das aber nicht realisieren – es sei denn, es finden sich Sponsoren oder spendable Bezirksvertretungen“, so Wagener. Die Mittel in Höhe von 25 000 Euro am Bahnhof Süd hatte die Bezirksvertretung II bereit gestellt.

Hauptkunden sind Pendler

Gedacht sind die Boxen dabei vor allem für Pendler, die ihre Räder in Sicherheit abgestellt wissen wollen. Gemietet werden können die Boxen für 11 Euro im Monat, bzw. 80 Euro im Jahr bei einer Mindest-Mietdauer von drei Monaten. Weitere Boxen dieser neuen Generation finden sich noch am Hauptbahnhof sowie am Bahnhof Altenessen.

Zwar passieren in Essen im bundesweiten Vergleich wenig Diebstähle – die Aufklärungsquote aber ist gering: 2058 Fahrräder wurden allein im Jahr 2013 in Essen als gestohlen angezeigt, in nur 3,84 Prozent der Fälle konnte die Polizei die Täter ermitteln: „Im Vergleich zu Autos lassen sich die meisten Räder nur schlecht ermitteln. Deswegen empfehlen wir einen Fahrradpass, den sich jeder kostenlos im Polizeipräsidium oder im Fachhandel abholen kann“, so Polizeisprecher Marco Ueberbach. Darauf werden beispielsweise Rahmennummer und Farbe vermerkt. An Plätzen wie Bahnhöfen oder der Uni käme es besonders häufig zu Diebstählen. „Dabei unterscheiden wir in Gelegenheitstäter und organisierte Diebe, die oft mehrere Räder auf einmal stehlen“, so Ueberbach. Einen hundertprozentigen Schutz gebe es nicht: „Wem sein Rad am Herzen liegt, sollte in ein massives Bügel- oder Panzerkabelschloss investieren. Gesichert werden sollte es an einem stabilen Platz, etwa an einem der 5000 Fahrradbügel in der Stadt, und niemals nur am Rad, sondern am Reifen“, empfiehlt Ueberbach.

 
 

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