Modell-Truck-Freunde Essen – Paradies der Männer-Spielzeuge

Begeisterte Modelltrucker: Werner Schelinski, Marco Krebsbach, Volker Rogos und Michael Krebsbach (v.l.).
Begeisterte Modelltrucker: Werner Schelinski, Marco Krebsbach, Volker Rogos und Michael Krebsbach (v.l.).
Foto: FUNKE Foto Services
Die Modell-Truck-Freunde Essen feiern ihr 20-Jähriges im Grugapark. Die Faszination für die Großfahrzeuge im Kleinformat ist ungebrochen.

Essen.. Versteckt am Rande des Grugaparks, zwischen Streichelzoo und Landhaus, können sich sogar 86-Jährige wieder in ihre Kindheit zurückversetzen. So alt ist jedenfalls das älteste Mitglied der Modell-Truck-Freunde Essen e.V., die dort seit 20 Jahren ihr 1000 Quadratmeter großes Reich im Kleinen aufgebaut haben. Nicht zu verwechseln mit der Miniaturwelt in der Orangerie, in der Eisenbahnen das Bild bestimmen. Den fast ausschließlich männlichen Mitgliedern geht es vornehmlich um eins: den möglichst originalgetreuen Nachbau von Lkw, Trucks, Baggern, Radladern und anderen schweren Fahrzeugen.

„Viele von uns kommen aus dem Eisenbahnmodellbau. Ein schönes Hobby, bei dem es aber ein Problem gibt: Sobald die Eisenbahn fährt und alles aufgebaut ist, wird es stinklangweilig“, findet Werner Schelinksi, zweiter Vorsitzender der Modell-Truck-Freunde. Die Fahrzeuge per Fernsteuerung durch schwieriges Gelände zu manövrieren und die Richtung dabei selbst vorzugeben, das sei schon reizvoller. Zumal auch das Gelände im Grugapark mit der Zeit immer attraktiver wurde. Bei der Übernahme durch den Verein im Jahr 1995 noch zugewuchertes Brachland, verwandelt sich die Fläche mittlerweile täglich in eine eigene kleine Stadt mit verzweigtem Straßennetz, Brücken, einem Teich und einer Baustelle.

Kinder können täglich ihren Führerschein machen

Darüber hinaus hegen die Modellbauer noch weitere Pläne. So steht schon das Fundament für eine Autobahn, die gerade entsteht. „Natürlich nicht nach dem Vorbild der A40, wir wollen schließlich fahren“, sagt Modell-Trucker Michael Krebsbach. Das Gelände im Grugapark nutzen zu dürfen, sei damals unter der Auflage entstanden, auch die Besucher an dem ungewöhnlichen Hobby teilhaben zu lassen. Und so öffnen zwei Ehrenamtliche des Vereins täglich von 15 bis 18 Uhr die Pforten zum Gelände – vor allem für Kinder, die mit den drei vereinseigenen Modellen ihren Führerschein machen dürfen.

Die restlichen Modelle sind vor allem am Wochenende zu bestaunen, wenn die Mitglieder, die aus dem gesamten Ruhrgebiet stammen, am Vereinshaus zusammenkommen. Die Vielfalt der Modelle ist dabei groß: „Ein Vereinskollege hat einen Bagger, dessen Schaufel könnte sogar den Vorgarten umgraben“, sagt Michael Krebsbach. Ein anderer hat in seinen Truck im 1:16-Maßstab sogar einen Miniaturfernseher ins Führerhaus eingebaut. „Dafür hat er einen MP3-Player umgebaut“, weiß Krebsbach, dass der Fantasie im Modellbau keine Grenzen gesetzt sind. Die Faszination wachse sogar noch, nicht zuletzt durch die technisch immer weiter verbesserten Möglichkeiten. Das belegen auch die Zahlen des Vereins: Gegründet von neun Mitgliedern, zählt der stadtweit einzigartige Club heute 72 Mitglieder.

 
 

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