Kinder musizieren beim Benefizkonzert für Vietnam-Hilfe

Duc An Do, My Linh Do, Kieu Mi Do und Jannis Metzen (v.l.) üben für das Benefizkonzert.
Duc An Do, My Linh Do, Kieu Mi Do und Jannis Metzen (v.l.) üben für das Benefizkonzert.
Foto: Dirk Bauer
Eine Benefizkonzert gibt es am 28. Oktober in der Goetheschule. Die Idee hatte Familie Do, deren Angehörige von der Cap Anamur gerettet wurden.

Essen-Margarethenhöhe/Bredeney..  Ein Benefizkonzert unter dem Motto „Kinder helfen Kindern“ veranstalten zehn Kinder und Jugendliche, unterstützt von drei Erwachsenen, am Freitag, 28. Oktober, 19 Uhr, in der Goetheschule. In der Aula stehen musikalische Werke aus Klassik, Jazz und Swing auf dem Programm. Der Erlös der rund andert-halbstündigen Veranstaltung ist für Hilfs- und Bildungsprojekte des Vereins Miriam Kinderhilfe Vietnam bestimmt.

Initiator des Konzertes ist die Familie Do von der Margarethenhöhe, deren drei Kinder musikalisch außergewöhnlich begabt sind, mehrere Instrumente spielen und seit 2013 bereits mehrfach sehr erfolgreich am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilgenommen haben. „Wir kommen selbst aus Vietnam und kennen die Situation. Dort gibt es viele Waisen und behinderte Kinder, die dringend Hilfe benötigen“, sagt Mai Do (41), deren Eltern, Bruder und späterer Ehemann selbst aus Vietnam geflohen sind und als sogenannte Boat-People vom Flüchtlingsschiff Cap Anamur gerettet wurden.

„Als der Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck Ende Mai starb und der Priester bei der Trauerfeier davon sprach, dass jetzt Neudecks Nachfolger die Verantwortung übernehmen müssten, hatten wir die Idee, auch etwas für Menschen in Not zu tun“, sagt Mai Do. „Rupert Neudeck hat damals viel für uns getan, und auch ganz viele Menschen hier vor Ort haben uns geholfen, so dass es uns und unseren Kindern heute gut geht. Wir wollen dazu beitragen, dass auch andere Kinder eine Chance haben“, sagt Mai Do.

Ihre Eltern hätten 1982 aus politischen Gründen Vietnam verlassen. Ihr Vater sei als Offizier für die Amerikaner tätig gewesen und habe unter den kommunistischen Machthabern vier Jahre im Gefängnis gesessen, bevor er geflohen sei. Gemeinsam mit seinem ältesten Sohn, dem Bruder von Mai Do, sei er erst auf den Philippinen gelandet. Von dort aus seien die Flüchtlinge weiterverteilt worden – zum Beispiel nach Australien, Europa oder in die USA. „Nach Amerika wollten die meisten. Mein Vater ist nach Deutschland gekommen. Nach der Zwischenstation in einer Flüchtlingsunterkunft sei die Familie dann in eine eigene Wohnung gezogen“, weiß Mai Do, die selbst im Rahmen der Familienzusammenführung später nach Deutschland kam. Die Kinder sind hier geboren, waren noch nie in Vietnam. „Sie wollen aber unbedingt einmal dorthin“, sagt die Mutter.

Da Musik sowieso den Alltag der Familie Do bestimmt, war die Idee naheliegend, ein Benefizkonzert zu veranstalten. „Damit können die Kinder selbst etwas bewirken“, ist Mai Do überzeugt. Im Freundeskreis warben die Dos für ihre Idee und fanden sofort Unterstützer. So werden BMV-Schülerin Hannah Klein (Klarinette) und Jannis Metzen (Saxofon) dabei sein. „Das ist schon eine aufregende Situation“, sagt Hannah Klein (15), die im Schulorchester spielt, beim Konzert aber solo spielt. Ähnlich ergeht es Jannis Metzen. „Ich spiele sonst im Orchester und in der Big-Band, aber nicht solo“, sagt der 15-jährige Goetheschüler.

Neben ihnen und den drei Kindern der Familie Do – Kieu Mi (15), My Linh (12) und Duc An (10) – werden weitere Jugendliche auf der Bühne stehen. Unterstützt werden sie von Marcus Schönwitz, Orchesterleiter der Goetheschule, Brigitte Gewiese, ehemalige Klavierlehrerin von Kieu Mi, und Prof. Hans-Ulrich Sauerbrei, ehemaliger Chefarzt, der sich mit 96 Jahren für das Konzert ans Klavier setzen und unter anderem Kieu Mi Do begleiten wird.

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