Installationen in leeren Wohnungen

Von Jennifer Humpfle
In leer stehenden Wohnungen in einem Haus der der Goebenstrasse stellt die Künstlergruppe ihre Arbeiten aus. Das Bild zeigt (vl) Janna Michels, Christian Gode, Cathrin Figge und Benedikt Sunderhaus mit einer Arbeit von Annkathrin Fleurkens und Meike Lothmann im Vordergrund.
In leer stehenden Wohnungen in einem Haus der der Goebenstrasse stellt die Künstlergruppe ihre Arbeiten aus. Das Bild zeigt (vl) Janna Michels, Christian Gode, Cathrin Figge und Benedikt Sunderhaus mit einer Arbeit von Annkathrin Fleurkens und Meike Lothmann im Vordergrund.
Foto: WAZ FotoPool
Die Künstlergruppe „kunst(off)raum“ lädt zur Ausstellung in zwei leer stehende Wohnungen in einem Haus der Goebenstraße in Sicht- und Hörweite der A 40 ein. Die Vernissage findet am Samstag, 27. Oktober, statt.

Südostviertel.  „Es ist eine ganz andere Herausforderung in Räumen zu arbeiten, in denen Menschen gelebt haben“, sagt Christian Gode. Die zwei Wohnungen an der Goeben-straße 33 stehen schon länger leer. Beim Blick aus den Fenstern sieht man die A 40, die unmittelbar vor dem Haus verläuft. Künstlerinnen und Künstler des Kollegiums „kunst(off)raum“ haben es sich zur Aufgabe gemacht, leerstehende Räume mit Kunst zu bespielen und somit auf sie aufmerksam zu machen. Waren die Künstler bislang in Ladenlokalen aktiv, ist dies nun ihr erster Privatraum. Das Kollegium ist sich einig, dass dies eine spannende Aufgabe ist. Die letzten Vorbereitungen für die Vernissage am Samstag, 27. Oktober, um 19 Uhr laufen.

Bei ihren Arbeiten beziehen die Künstler immer die Gegebenheiten mit ein. Der Zustand der Räume, die umgebenden Geräusche – dies alles fließt in ihre Werke. „Man kann sagen, dass wir audiovisuell und modellhaft arbeiten“, fasst Benedikt Sunder-haus zusammen. Die Situation sei vor allem durch die Geräusche definiert – der Lärmpegel der A 40 ständig vorhanden. „Dabei beziehen wir aber immer den Betrachter mit ein, der den Raum aufmerksamer und intensiver wahrnimmt“, fügt Cathrin Figge hinzu.

Blätter im Badezimmer

So wächst aus dem beschädigten Parkett in der oberen Wohnung plötzlich Moos, das Badezimmer ist voller Äste und Blätter – lose Kabel wirken wie verästelte Wurzeln. An einer Wand ist aus der Tapete ein perspektivisches Modell entstanden, das in sich verschachtelt weitere Ebenen freigibt – ein Spiel mit dem virtuellen und dem realen Raum. Dazu die permanente Geräuschkulisse der A 40 – doch ist es nur die Autobahn? Parallel dazu laufen Fahrgeräusche vom Band, die während der Sperrung der A 40 an der Umleitung aufgenommen wurden. In der Küche entsteht eine Wasserfläche mit besprochenen Inseln. Eine Abstellkammer wird kurzerhand zur Visualisierung des Klangs.

Die Arbeiten des Kollegiums sind sowohl vielfältig als auch tiefsinnig. „Wir nehmen Prozesse oder Formen wahr und setzen sie um, brechen sie auf“, ergänzt Benedikt Sunderhaus. So zeigt ein Bild verschiedene Ebenen des Treppenhauses. Und so eröffnet ein Besuch an der Goebenstraße 33 nicht nur neue Perspektiven, sondern regt zur Auseinandersetzung mit dem Raum an.

Die Ausstellung in zwei unvermieteten Privatwohnungen an der Goeben-straße 33 ist für das Kollegium „kunst(off)raum“ eine Premiere. Mittlerweile ist es Tradition, dass neben den Mitgliedern des Kollegiums Cathrin Figge, Christian Gode, Fiona Mclardy, Janna Michels, Candia Neumann, Max Rentrop und Benedikt Sunderhaus immer wieder Gäste ausstellen.

Dieses Mal unterstützen Uwe Siemens und Janine Tobüren das Team sowie in Kooperation Alessa Josten und Alexandra Kahl sowie Annkathrin Fleurkens und Meike Lothmann.

Bei der Vernissage am Samstag, 27. Oktober, können nicht nur alle Werke betrachtet werden, sondern die Besucher können auch mit den Künstlern darüber diskutieren. Das Kollegium öffnet die Türen zur Ausstellung jeweils samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung. Die Finissage findet am Sonntag, 11. November, um 18 Uhr statt. Den Katalog zur Ausstellung gibt es in Kürze unter www.kunstkollegium.de.