In der Scheune war’s gemütlich

Auf dem Weihnachtsmarkt am Schürmannhof spielten in der Scheune am Kaminfeuer Anna Speier und Ella Rosinger. Foto: Kerstin Kokoska
Auf dem Weihnachtsmarkt am Schürmannhof spielten in der Scheune am Kaminfeuer Anna Speier und Ella Rosinger. Foto: Kerstin Kokoska
Foto: WAZ FotoPool

Bergerhausen..  Nicht gerade ideales Wetter herrschte beim ersten öffentlichen Weihnachtsmarkt auf dem historischen Schürmannhof, der vor einigen Jahren zu Seniorenwohnungen umgebaut wurde.

Schneeregen sorgte dafür, dass zum Start der Veranstaltung der Würstchenstand noch recht verwaist aussah und die Glühweinbecher noch ungenutzt in der Scheune standen. „Das wird sich gleich ändern. Wenn erstmal die Schüler auftreten, bringen sie Eltern und Großeltern mit“, war Dieter Ochel, Bauherr und Initiator des Projekts Schürmannhof, überzeugt. Nachmittags erwarteten die Organisatoren, die rund sechs Wochen mit der Vorbereitung des Weihnachtsmarktes beschäftigt waren, nämlich Bergerhauser Schüler, die in der Scheune für vorweihnachtliche Stimmung sorgen sollten.

„Das Ziel der Veranstaltung ist, Familien mit Kindern, Nachbarn aus Bergerhausen und die Senioren zusammenzubringen und gemeinsam einen schönen Tag zu verleben“, so Hauswirtschafterin Bettina Herling, die selbst auf dem Hof wohnt und - wenn es sein muss - 24 Stunden am Tag für die Mieter da ist. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Rosemarie Koll hatte sie die Veranstaltung mitorganisiert und Hof und Scheune adventlich dekoriert.

Schüler der Ardeyschule beteiligten sich mit dem Theaterstück „Reise um die Welt“, Kinder der Theodor-Heuss-Schule und der Schule am Krausen Bäumchen erfreuten die Besucher mit weihnachtlichen Liedern. Zwei junge Flötistinnen gaben eine Kostprobe ihres Könnens. „Die Kleinen sind schon ganz aufgeregt. Schließlich haben sie lange geprobt. Das Besondere an unserem Weihnachtsmarkt ist, dass es nicht um Kommerz geht, sondern die Kinder eine Möglichkeit erhalten, sich darzustellen“, betont Dieter Ochel, der die Bedeutung des denkmalgeschützten Hofes für den Stadtteil kennt und in engem Kontakt mit dem Bürgerverein Bergerhausen steht.

Die auf dem Hof lebenden Alpakas hatten sich angesichts des ungemütlichen Wetters in den Stall zurückgezogen. Die Besucher hingegen konnten sich mit Kaffee, Glühwein, Würstchen, Reibekuchen und Waffeln stärken, Lammfelle und Honig aus eigener Produktion sowie selbst gemachte Marmelade und Plätzchen erwerben.

Nicht nur zu so besonderen Gelegenheiten wie Weihnachtsmarkt oder Osterfeuer sind Besucher auf dem Schürmannhof gern gesehen. Auch das jeden zweiten Sonntag im Monat stattfindende „Cafe Kuhstall“, für das die auf dem Hof lebenden Senioren regelmäßig backen, erfreut sich großer Beliebtheit. Aber auch unter sozialen Gesichtspunkten ist das Projekt Schürmannhof, bei dem sich ältere Menschen - derzeit wohnen sechs Frauen und zwei Männer zwischen 60 und 90 Jahren, teils mit altersbedingten Vorerkrankungen, auf dem Hof - auf eine ganz neue Lebensgemeinschaft einlassen, von Interesse.

So waren schon Studenten zu Gast und auch ein Kurs mit Altenpflegerinnen informierte sich vor Ort über das Projekt, das ausdrücklich als „Leben mit Tieren“ angelegt ist. So kümmern sich die Senioren mit um die Gänse und die vier Alpakas Lilly, Jenny, Isa und Lisa. „Wir sind hier so eine Art Großfamilie“, schmunzelt Bettina Herling.

Auch wenn beim ersten Weihnachtsmarkt das Wetter nicht so recht mitspielte: Dieter Ochel und sein Team wollen die Veranstaltung wiederholen und von Jahr zu Jahr ein wenig ausweiten. „Wir müssen uns da erst mal ’rantasten“, sagt Ochel. Mit Hilfe der Firma AMR-Engineering und des Vereins Schürmannhof, die die Veranstaltung sponserten, konnte der Nikolaus den Kindern sogar kleine Geschenke bringen.

 
 

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