Hip-Hop-Tänzer aus dem Südviertel wollen an die Spitze

Auf das Zusammenspiel kommt es beim Auftritt an.
Auf das Zusammenspiel kommt es beim Auftritt an.
Foto: Funke Foto Services
Die Jugendlichen der Gruppe MIC haben sich für die Weltmeisterschaft in Glasgow qualifiziert. Jetzt hoffen sie auf Spenden für ihre Reise.

Essen-Südviertel..  Den rund 20 Jugendlichen der Hip-Hop-Formation MIC steht der Schweiß auf der Stirn. Die Musik wummert aus den Boxen, es ist warm im Trainingsraum der Tanzschule „Dance & More“ an der Huyssenallee. Alle sind sichtbar aus der Puste – ans Aufgeben denkt jedoch keiner. Denn hier wird nicht für ein Straßenfest trainiert, sondern für nichts Geringeres als die Hip-Hop-Tanz-Weltmeisterschaft in Glasgow vom 19. bis 21. August, für die sich MIC qualifiziert hat – als einzige Formation aus dem Ruhrgebiet.

Wer bei einem so großen Turnier bestehen will, muss alle Details im Auge behalten, wie Tanzlehrerin Melanie Schulte-Holtey weiß. Die 26-Jährige trainiert die Gruppe seit der Gründung im Jahr 2013 und weiß genau, wie sie ihre Schützlinge motivieren kann: „Ihr müsst die Bilder austanzen, da braucht es mehr Ausdruck, man sieht gerade nichts von euren tänzerischen Qualitäten.“ Lange bitten lassen sich die jungen Tänzerinnen und Tänzer nicht. Ehrgeizig sind alle von ihnen und stolz auf das, was die Gruppe bislang erreicht hat. „Wir haben letztes Jahr bei der Europameisterschaft den sechsten Platz geholt, das war natürlich ein tolles Erlebnis. Die WM-Qualifikation hat damals aber noch nicht geklappt, jetzt haben wir es erneut versucht und es geschafft“, berichtet Joana (18).

Beeindruckend: In der aktuellen Konstellation tanzt die Gruppe erst seit Oktober. Persönliches Engagement und viel Herzblut sind für die Mitglieder eine Selbstverständlichkeit, ebenso wie voller Einsatz beim Training. Dreimal in der Woche wird trainiert, davon ist ein Termin als freies Training gestaltet, bei dem die Gruppenmitglieder an ihren persönlichen Stärken und Schwächen feilen können.

Überhaupt wirken alle höchst diszipliniert – ein Verdienst von Coach Melanie Schulte-Holtey? „Wenn ich nur als harte Trainerin aufträte, hätten wir hier nicht die entspannte und persönliche Atmosphäre, die wir alle zu schätzen wissen. Mir ist es wichtig, mich mit den Schülern auch persönlich zu unterhalten und zu wissen, wie sie ticken. Ohne eine persönliche Bindung und nur mit Ehrgeiz funktioniert das nicht.“

Als Gruppe sei man regelrecht zusammengewachsen, wohl auch, weil alle den Tanzsport gleichermaßen ernst nehmen. Nicht wenige wollen einmal eine eigene Tanzschule eröffnen oder zumindest als professionelle Tänzer auf den großen Bühnen dieser Welt stehen. Das Tanz-Fieber hat alle gepackt. Kevin (17) bringt es auf den Punkt: „Man fühlt sich beim Tanzen einfach frei, man konzentriert sich nur auf das, was man gerade macht.“

Ziel ist ein Platz weit vorne

Mit der WM-Teilnahme könnten die jungen Tänzerinnen und Tänzer einen weiteren großen Schritt in Richtung Weltspitze machen. Zu klären sind jedoch noch ganz praktische Dinge: „Die Anreise nach Schottland wird natürlich ziemlich teuer, weswegen wir ein Crowdfunding-Projekt im Internet gestartet haben“, berichtet Schulte-Holtey.

Auf der Plattform Fairplaid kann jeder nun für die Reise zur WM spenden. Und erhält dafür ein persönliches Dankeschön in Form von Fanartikeln der Gruppe, Geschenkpaketen oder gar einem Privat-Auftritt von MIC. Melanie Schulte-Holtey: „Bislang läuft es gut, wir haben bereits 500 Euro zusammen, uns fehlen aber noch rund 1500.“ Das Interesse der Öffentlichkeit an der Gruppe sei glücklicherweise steigend, auch regionale Unternehmen hätten schon angefragt. Der Traum von der Weltmeisterschaft ist also zum Greifen nahe. Das Ziel: eine Platzierung ganz weit vorne. Natürlich.

 
 

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