Haarzopfer Bürger feiern Erhalt des Grünzugs

Freuen sich über den Erhalt der Grünfläche: (v.l. ) Werner Belker, Helmut Küperkoch und Friedhelm Meichsner.
Freuen sich über den Erhalt der Grünfläche: (v.l. ) Werner Belker, Helmut Küperkoch und Friedhelm Meichsner.
Foto: Funke Foto Services
Die Gewerbefläche an der A 52 ist vom Tisch. Jetzt hoffen die Kleingärtner, dass die Anlage Hohe Birk künftig nicht erneut zur Diskussion steht.

Essen-Haarzopf..  Seine Wutrede konnte Helmut Küperkoch, Vorsitzender des Kleingartenvereins Hohe Birk, in der Schublade lassen. Stattdessen stieß er bei Grillwürstchen und Livemusik auf die gute Nachricht an. Vor wenigen Tagen hatten CDU und SPD verkündet, der Vorschlag der Verwaltung, auf der rund 41 Hektar großen Grünfläche an der Hatzper Straße/A 52 Gewerbe zu erlauben, sei vom Tisch. Absagen wollten die „Bürger für den Erhalt des Grünzugs“, die seit Monaten engagiert gegen den Vorschlag gekämpft hatten, ihre lang geplante Diskussionsveranstaltung in der Kleingartenanlage jedoch nicht.

Solidarität im Stadtteil

Eigentlich habe man klare Aussagen der Politiker zur angedachten Gewerbeansiedlung hören wollen. „Dass wir jetzt ganz entspannt auf das Ergebnis der Sitzungen von Planungsausschuss und Rat im Juni warten können, ist natürlich um so schöner“, freut sich Werner Belker, der das Bürger-Engagement in den vergangenen Monaten gebündelt hatte. „Das ist ein Musterbeispiel für gelebte, städtische Demokratie“, ist Belker stolz auf die Solidarität im Stadtteil.

Erleichtert zeigten sich besonders die Kleingärtner. Ihre 385 Parzellen sind nun gerettet und die Mitglieder können mit der Vorbereitung des 100-jährigen Vereinsbestehens 2016 beginnen. Den Kleingärtnern war der Termin in ihrer Anlage aber dennoch wichtig, denn bei aller Freude über die Aussagen der Politiker bleiben sie skeptisch. „Wir mussten ja schon einmal unsere damalige Anlage an der Lührmannstraße räumen, weil das Gelände 1965 für die Gruga-Erweiterung gebraucht wurde“, so der zweite Vorsitzende Friedhelm Meichsner. „Unsere Anlage steht alle paar Jahre zur Diskussion. Das war schon in den 1990er-Jahren so, dann wieder 2007/08, und jetzt schon wieder“, ärgert er sich.

„Das muss sich ändern, die Kleingärtner müssen endlich zur Ruhe kommen“, sagt Thomas Kufen, CDU-Fraktionsvorsitzender im Rat und Oberbürgermeisterkandidat, den Kleingärtnern Unterstützung zu. Er habe die Anlage, die zu den größten in NRW zählt, erstmals selbst besichtigt. „Sie ist sehr gepflegt und mit viel Liebe und Hingabe gestaltet. Das Areal hat eine große Bedeutung als Naherholungsgebiet und Frischluftschneise“, so Kufen. Die Vorschläge der Verwaltung seien offensichtlich am grünen Tisch entstanden, ohne die Situation vor Ort zu berücksichtigen. Sie hätten deshalb durch die Politik korrigiert werden müssen. „Wir können uns nicht als grüne Hauptstadt Europas bewerben und gleichzeitig Grünflächen asphaltieren“, ist Kufen überzeugt. Außerdem finde in Haarzopf ja gerade sehr viel Wohnungsbau statt.

SPD-Ratsherr Thomas Rotter, Vorsitzender des Planungsausschusses, bescheinigt der Verwaltung zwar insgesamt gute Arbeit in Sachen Gewerbeflächen: „Es ist aber eine politische Entscheidung, dass eine Gewerbefläche hier in Haarzopf nicht gewollt ist.“ Er kann die Sorgen der schon dreimal in ihrer Existenz bedrohten Kleingärtner verstehen, glaubt aber, dass damit jetzt Schluss sei. „Ausschließen kann man solche Vorstöße nie, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man die alten Pläne noch einmal herausholt, nachdem man dreimal eine Abfuhr erhalten hat.“

Laut Moderator Werner Belker wird der Arbeitskreis für den Erhalt der Grünfläche nach dem positiven Signal der Politik nun Bilanz ziehen, aber trotzdem in Kontakt, auch zur Politik, bleiben: „Es gibt schließlich noch weitere Themen in Haarzopf. Wir geben auch gern anderen Initiativen Tipps.“

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