Frank Zappa im Südostviertel

Am großen Kaffeetisch trafen sich am Sonntag ehemalige und aktuelle Bewohner des Südostviertes im Jugend- und Bürgerzentrum Storp 9, um Erlebnisse und Fotos für ein Film- und Ausstellungsprojekt auszutauschen. Daneben lud das Viktoria-Gymnasium auf historische Stadtteiltour mit viel Theater.

Südostviertel.. Sonntag war der Tag der Geschichte im Südostviertel. Am großen Kaffeetisch im Jugend- und Bürgerzentrum Storp 9 trafen sich die Besucher, um Erlebnisse und Fotos für ein Film- und Ausstellungsprojekt auszutauschen, das für den Herbst dieses Jahres geplant ist. Daneben lud das Viktoria-Gymnasium anlässlich seines 100. Geburtstags auf historische Stadtteiltour mit viel Theater.

„Gegründet wurde das Viktoria-Gymnasium noch unter dem Namen Viktoriaschule als reine Mädchenschule. Erst im Jahr 1974 wurden erstmals Jungen unterrichtet“, berichtet Oliver Röhl seinen knapp 20 Zuhörern. Gemeinsam stehen sie vor der eindrucksvollen Jugendstilfassade der Bildungsanstalt. Die Gäste nicken bedächtig.

Synagoge bis Olympiatheater

Als einer von vier „Fremdenführern“ ist der 24-jährige Ehemalige auf den „Viertelpfaden Südost“ unterwegs: Pfade, die die Teilnehmer der zwei Führungen des Tages in je knapp zwei Stunden von der Schule zur Synagoge der jüdischen Gemeinde im Viertel, der Skulpturenwiese am Moltkeplatz, der Auferstehungskirche, dem Eulenspiegel-Filmtheater und zum ehemaligen Olympiatheater führen.

„Die Schule gehört fest in den Stadtteil – leider gibt es ganz wenige Verbindungen untereinander“, erläutert Initiator Roman Twittmann die Idee hinter den „Viertelpfaden“. Entworfen hat der Deutschlehrer die Route selbst, auch ein paar unbekanntere Details wie etwa den Auftritt Frank Zappas im Olympiatheater vor seinem Gig in der Grugahalle im Jahr 1967 – gehören zum Programm.

Ebenso gut vorbereitet sind die vier Theatergruppen des Gymnasiums, die jeweils an einem Punkt auf der Route eine kleine Performance bieten. Auf der Moltkewiese erwartet die Teilnehmer etwa ein theatralisch vorgetragener Kurzdialog zum Themenspektrum Leben, Theater und Psychoanalyse zweier ehemaliger Gymnasiastinnen, die sich in der Theatergruppe der Ex-Schüler engagieren.

„Alle Theaterproduktionen sind Teil des Programms zum 100. Geburtstag“, berichtet Twittmann, der selbst die Oberstufen-Theatergruppe leitet und mit den Schützlingen das Ende der Führungen am Eulenspiegeltheater gestaltet und eine Szene aus „Willkommen daheim“ spielen lässt. „Den Schlusspunkt hinter die Geburtstags-Theaterstücke wollen wir im September in Privatwohnungen im Südostviertel setzen, in denen wir spielen möchten. Dafür suchen wir noch Spielorte“, appelliert der Lehrer.

Ebenfalls auf die Beteiligung von Anwohnern ist das Projekt des Filmemachers Robert Szech, des Künstlers Aaron Stratmann und der Dramaturgin Johanna-Yasirra Kluhs angewiesen. Sie suchen die vielen kleinen Erinnerungen, die an der „großen“ Geschichtsschreibung vorbei laufen. Am großen Kaffeetisch im Storp 9 dürfen die Besucher an diesem Tag der Geschichte(n) nach Herzenslust davon erzählen. Das Ganze soll in einer Ausstellung und einem Film präsentiert werden.

 
 

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