Essener Gasthaus "Zur Kluse" eröffnet am Samstag wieder

Die historische Gaststätte Zur Kluse wurde nach dem Brand 2009 komplett restauriert. Am Samstag, 20. August, eröffnet Inhaber Matthias Knutzen sein Lokal wieder. Foto: Ulrich von Born
Die historische Gaststätte Zur Kluse wurde nach dem Brand 2009 komplett restauriert. Am Samstag, 20. August, eröffnet Inhaber Matthias Knutzen sein Lokal wieder. Foto: Ulrich von Born
Foto: WAZ FotoPool
Die historische Ausflugsgaststätte „Zur Kluse“ eröffnet am Samstag, 20. August, wieder. Nach einem Brand im Oktober 2009 musste das denkmalgeschützte Gebäude komplett restauriert werden.

Essen-Bredeney. Ein beliebtes Ausflugsziel steht den Essenern ab Samstag, 20. August, wieder zur Verfügung: Die historische Gaststätte „Zur Kluse“ eröffnet wieder - komplett restauriert. Nach dem verheerenden Brand im Oktober 2009 standen Spaziergänger bislang vor verschlossenen Türen und konnten allenfalls einen Blick auf die Arbeiten hinter dem Bauzaun werfen.

„Natürlich hätte ich lieber im Mai wiedereröffnet und die Freiluft-Saison noch komplett mitgenommen, aber so haben wir es wenigstens pünktlich zum Ägidius-Fest geschafft“, sagt Matthias Knutzen (45), seit April 2008 Eigentümer der „Kluse“.

Das Feuer - die Polizei geht von Brandstiftung aus, der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt - war für Knutzen, der auch die „Alte Dorfschenke“ an der Frankenstraße führt, ein Schock - und der Beginn eines langen Weges durch die Instanzen. Lange stand nicht fest, ob noch genug der alten Bausubstanz erhalten war, um das Gebäude von 1785 als Denkmal weiterzuführen.

Die Versicherung entzog dem ursprünglich eingesetzten Architekten den Auftrag, vergab ihn neu an das Remscheider Büro „Edelhoff & Reska“. In enger Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde mussten die Arbeiten abgestimmt und die Kosten berechnet werden.

Mehr Platz nach der Restaurierung

„Nach elf Monaten gab es endlich eine Einigung, am 2. November 2010 konnten die Arbeiten beginnen“, erinnert sich Matthias Knutzen. Der Wiederaufbau für rund eine Million Euro plus Mehrwertsteuer habe ihn viel Zeit, Geld und Nerven gekostet.

„Jetzt bin ich froh, dass es geschafft ist und es am Samstag endlich losgeht“, freut sich der Eigentümer, der jetzt seine Tage komplett auf der Baustelle verbringt, um den Einbau von Küche und Theke, die Anlieferung der Möbel sowie die vor der Eröffnung noch zu erledigenden Restarbeiten zu überwachen und notfalls selbst Hand anzulegen.

Im restaurierten Gasthaus hat er jetzt 125 Quadratmeter mehr zur Verfügung, weil im Obergeschoss die Verwaltungs- in Gasträume umgewandelt wurden. Ein neuer verglaster Gang verbindet den Restaurant-Bereich mit dem neuen Trakt mit Toiletten, Personal-Umkleiden, Lager-, Kühl- und Sozialräumen.

„Zusätzlich ist hier ein Innenhof entstanden, den wir als Biergarten nutzen können. Wenn es im eigentlichen Biergarten unter den großen alten Bäumen schon schattig und kühl wird, ist es dort noch angenehm warm“, sagt Knutzen. Zusätzlich kann er nun auch Gäste auf der Dachterrasse bewirten.

Samstag soll die ersten Gäste kommen

„Jetzt kann man auch die Klusenkapelle, die ja ein wichtiger Teil des Ensembles ist, komplett zu Fuß umrunden. Vor dem Brand war der Weg durch Zäune abgesperrt“, beschreibt Knutzen eine weitere Neuerung. Doch auch nach der Restaurierung bleibt der Charakter des historischen Gasthauses erhalten. Die noch brauchbaren alten Balken wurden durch neue Eichenbalken ergänzt, Der Dachstuhl musste nach dem Brand komplett erneuert werden.

„Der alte Dachstuhl ist noch da, aber jetzt funktionslos“, erläutert der Wirt. Das Geländer im Treppenhaus ist alt, aber aufgearbeitet und nach neuesten Sicherheitsstandards etwas erhöht, die historischen Fliesen im Flur konnten erhalten werden.

Knutzen stehen jetzt noch zwei stressige Tage bevor. Und auch dann ist keine Zeit zum Durchatmen: Wenn am Samstag die ersten Gäste kommen, ist für ihn und seine zehn Mitarbeiter erstmal alles neu: Küche, Laufwege, Kassensystem. „Deshalb gibt es zunächst eine abgespeckte Karte, denn zum Neustart darf nichts schiefgehen“, sagt Knutzen.

Ein richtiges Eröffnungsfest mit Live-Musik, Cocktail-Stand, Brotback-Aktion und feierlicher Übergabe der Denkmal-Plakette ist für Freitag, 2. September, geplant. Brot soll ab nächsten Sommer übrigens regelmäßig im historischen Backhaus gebacken werden.

In Zukunft wird es keinen Ruhetag in der „Kluse“ geben. „Wir haben täglich ab 9 Uhr geöffnet - und zwar, bis die letzten Gäste gegangen sind“, betont Knutzen.