Erste Koordinatorin des Bistums vernetzt Ehrenamtliche

Barbara Graf ist Stadtteil-Kundschafterin, die die Gemeinden der Pfarrei St. Gertrud betreut.
Barbara Graf ist Stadtteil-Kundschafterin, die die Gemeinden der Pfarrei St. Gertrud betreut.
Foto: Socrates Tassos
Barbara Graf ist als einzige Stadtteil-Kundschafterin in der Pfarrei St. Gertrud unterwegs. Neue Stelle ist vorerst auf drei Jahre befristet.

Essen-Südostviertel/Holsterhausen..  Ehrenämter bekleidet Barbara Graf schon lange, doch jetzt ist sie in offizieller Mission für das Bistum unterwegs. Seit dem 1. Oktober ist Graf Stadtteil-Kundschafterin in der Pfarrei St. Gertrud, koordiniert die ehrenamtliche Arbeit in den angegliederten Gemeinden St. Gertrud in der City, Heilig Kreuz im Südostviertel, St. Bonifatius in Huttrop mit der Filialkirche St. Michael sowie St. Ignatius in Holsterhausen. Die vorerst auf drei Jahre befristete Stelle umfasst 30 Stunden pro Woche und wird über den Innovationsfonds des Bistums Essen finanziert.

Graf hat ihren Job als Heilpraktikerin vorerst etwas zurückgestellt

„Jetzt am Anfang will ich mich vor Ort in den Gemeinden vorstellen und Kontakte knüpfen“, sagt die 54-Jährige, die dafür ihren eigentlichen Job als Heilpraktikerin in Wattenscheid etwas zurückgestellt hat. Durch ihren Ehemann sei sie damals mit dem inzwischen verstorbenen Pater Christoph von der Gemeinde Heilig Kreuz und der Bürgerinitiative Südostviertel in Kontakt gekommen. „Ich war einige Zeit auf Honorarbasis für die Bürgerinitiative tätig und habe später auch für den Caritasverband gearbeitet“, sagt Graf, die sich in der Arbeit mit Flüchtlingen engagiert.

Auf die neu geschaffene Stelle des Bistums machte sie ein Mitglied der Bürgerinitiative aufmerksam. „Die Stelle sei wie für mich geschaffen. Ich habe mich dann tatsächlich für den Job interessiert und ihn auch bekommen“, so Graf. „Bei aller Erfahrung mit ehrenamtlicher Arbeit ist die Aufgabe eine neue Herausforderung für mich, die mich gereizt hat.“

Auf Facebook listet die Koordinatorin Veranstaltungen auf

Als Stadtteil-Kundschafterin wird Barbara Graf die verschiedenen ehrenamtlichen Angebote koordinieren, Netzwerke aufbauen und den Bedarf an Hilfe ermitteln. Über Facebook listet sie Termine, beispielsweise von Basaren, auf. Und sie vermittelt – wenn die Gemeinde Heilig Kreuz eine Mitarbeiterin für die Kleiderkammer sucht oder der Seniorenkreis St. Gertrud Freiwillige, die inzwischen im Heim lebende Besucher zu den Treffen bringen können.

Ideen hat Barbara Graf reichlich: Sie möchte Ämterlotsen installieren, die beim Ausfüllen von Anträgen und ähnlichem helfen. „Eine Überlegung wäre auch, die Bewohner des Franz-Sales-Hauses in ehrenamtliche Arbeit einzubinden. Vielleicht kann man ja Menschen mit geistiger Behinderung im Tandem mit anderen Ehrenamtlichen einsetzen, wie es anderswo bereits praktiziert wird“, sagt sie. „Wichtig ist, dass die Helfer Wertschätzung erfahren. Sie sollen Spaß haben und sich nicht ärgern.“

Projekt könnte bei Erfolg in Zukunft ausgeweitet werden

Die Idee, die neue Stelle einzurichten, habe Winfried Rottenecker, Diakon an St. Gertrud, gehabt, erklärt Roman Blaut vom Referat für Ehrenamt im Bistum. „Wir wollen verstärkt in die Stadtteile gehen, um die Leute vor Ort anzubinden“, so Blaut. In Kursen könne man Ehrenamtsmanagement erlernen. Ehrenamtskoordinatoren gebe es bereits in 18 Pfarreien des Bistums, eine übergeordnete Stelle wie die von Barbara Graf in St. Gertrud sei aktuell einzigartig. Wenn sich das Projekt bewähre, könne man laut Blaut über eine Ausweitung nachdenken.

Kontakt: barbara.graf@bistum-essen.de oder 0162 32 16 110.

 

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