Erste „Hammawurf-WM“ - Revierkult und Weltrekorde

Stellte den Weltrekord im Hammerwurf auf: Henning Wegter (26), Volleyballer beim Bundesligist Moerser SC, lag nach seinem Wurf über 55,36 Meter uneinholbar vorne und gewann auch das Finale.
Stellte den Weltrekord im Hammerwurf auf: Henning Wegter (26), Volleyballer beim Bundesligist Moerser SC, lag nach seinem Wurf über 55,36 Meter uneinholbar vorne und gewann auch das Finale.
Foto: Knut Vahlensieck
Die erste „Hammawurf-WM“ weckte vor allem bei den Herren der Schöpfung sportlichen Ehrgeiz. Neben vielen Gastronomen warfen auch Rüttenscheider Wirte werfen mit. Den goldenen Hammer hielt am Ende der 26-jährige Henning Wegter in den Händen, Bundesliga-Volleyballer aus Moers.

Essen-Rüttenscheid.. Frisch vom Trainingsplatz zeigte Rot-Weiss-Essen-Torwart Hendrik Bonmann seiner Elf gestern, wo der Hammer hängt: Er knackte als Einziger im Team die magische 40-Meter-Marke, an der so viele Hammer-Werfer scheiterten. Die komplette RWE-Mannschaft war am Mittag auf dem Messeparkplatz hinter dem Girardethaus aufgelaufen, um sich bei der ersten „Hammawurf-Weltmeisterschaft“ zu messen. Die war nicht nur wegen ihren ruhrigen Schreibweise eine echte Hommage an das Revier. Rund 600 Hämmer, jede Menge Pils, Currywurst, ein paar Bierbänke und vor allem markige Sprüche – „das nächste Mal mit Flugbahn bitte“ -- von Sport-Moderator Uwe Loch: Viel mehr braucht es nicht, um in Rüttenscheid eine runde Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

Sportlicher Ehrgeiz geweckt

Der Stammtisch „Club der Hammawerfer“ um Werbeagentur- und 11Freunde-Bar-Chef Thomas Siepmann war seit dem Morgen auf den Beinen, um die Wettkampfarena abzustecken - während sich nebenan die Teilnehmer zur Mai-Kundgebung sammelten.

Dabei haben auch die „Hammawerfer“ ein ernstes Anliegen. Fünf Euro kostete der Wurf, die Erlöse gehen komplett an die Freddy-Fischer- und die Zick-Zack-Stiftung sowie das RWE-Projekt „Essener Chancen“, mit dem die Bildungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen aus der Region verbessert werden sollen. RWE-Chef und „Hammawerfer“ Michael Welling, der seine Kinder Jonna und Jelle mitgebracht hatte, rührte deswegen ordentlich die Werbetrommel. „Den Menschen soll geholfen werden, darum geht es hier“, sagte Welling.

„Die Frauen sind etwas zurückhaltender“

Trotz Spaßveranstaltung war vor allem bei den Herren der Schöpfung der sportliche Ehrgeiz geweckt: Schon am frühen Nachmittag hatten mehr als 100 Männer den 500 Gramm schweren Mottek geschwungen.

„Die Frauen sind etwas zurückhaltender“, stellte auch Organisator Siepmann fest. Mit Knickerbocker, Schiebermütze und einheitlichen Jacken hatte er seinem gesamten Team den typischen Zwanziger-Jahre-Malocher-Look verpasst. „Diese Veranstaltung passt super zu Essen und dem Ruhrgebiet. Wir wiederholen das“, resümierte Siepmann schon am Nachmittag zufrieden.

Da hatten gerade die Rüttenscheider Gastronomen in der eigenen „Wirte-Wertung“ bewiesen, dass sie mit Werkzeugen umgehen können, darunter Stefan Romberg vom Mittendrinn, Martina Lotz und Stephan Klose vom Sailors Pub und Christian Krause vom Früher oder Später. Letzter feierte mit 45,80 Meter den größten Erfolg und kann seine Kneipe an der Wittekindstraße nun mit einer Eichen-Plakette schmücken, hinter der jeglicher Gelsenkirchener Barock blass wirkt. Siepmann und seine Mitstreiter wollten mit der „Hammawurf-WM“ einen Kult mit bewusst übertriebener Revier-Patina kreieren - fürs Erste ist ihnen das gelungen.

 
 

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