Eine französisch-italienische Fusion

Elli Schulz
Spinola Corrado und Patricia Cafaro haben den kleinen Gastraum selbst gestaltet. Foto: Walter  Buchholz
Spinola Corrado und Patricia Cafaro haben den kleinen Gastraum selbst gestaltet. Foto: Walter Buchholz
Foto: WAZ FotoPool

Rüttenscheid.  Wenn sich ein Italiener und eine Französin zusammentun, kann das kulinarisch wunderbar funktionieren. Davon können sich die Gäste des neu eröffneten Restaurants Corrado an der Kortumstraße 47 überzeugen.

Spinola Corrado (45) und seine Frau Patricia Cafaro (49), die sich auf Fisch und Pasta spezialisiert haben, wünschten sich schon lange einen eigenen kleinen, aber feinen Gastro-Betrieb. Als sie im Internet das leer stehende Lokal - früher eher eine Imbissstube - in der Nähe des Landgerichts entdeckten, griffen sie sofort zu. „Ich hatte gleich ein gutes Gefühl“, beschreibt Patricia Cafaro ihren ersten Eindruck von den Räumlichkeiten. Im Juli begann das Paar mit den Renovierungsarbeiten, am 24. August war Eröffnung.

„Ich bin seit 30 Jahren in der Gastronomie tätig, habe die Hotelfachschule mit Schwerpunkt Küche besucht“, erklärt Spinola Corrado, der aus Syrakus stammt. Patricia Cafaro wuchs ebenfalls mit der Gastronomie im elterlichen Betrieb in Marseille auf. Beide sind seit zwei Jahren in Essen ansässig, lebten vorher in Düsseldorf und haben schon an verschiedenen Orten, zeitweise in Frankreich und der Toskana, aber auch in Rüttenscheid, gastronomische Erfahrungen gesammelt.

In den ersten Wochen haben Corrado und Cafaro offenbar schon viele Gäste von ihrem Konzept der frischen, multikulturellen Küche überzeugen können: So sollte man abends auf jeden Fall reservieren, um einen der 22 Plätze in der kleinen Gaststube zu bekommen, empfehlen die Inhaber. Mittags bietet das Corrado zwei Gerichte an, teils inklusive nichtalkoholischem Getränk, die schnell, aber trotzdem frisch zubereitet auf den Tisch kommen. „Ich koche nichts vor“, betont Spinola Corrado. Viele der Mittagsgäste kämen aus den umliegenden Kanzleien und Praxen.

Abends lassen sich die Gäste hingegen Zeit, studieren in aller Ruhe die große Tafel mit den aktuellen Gerichten, die sich alle zwei bis drei Tage ändert, je nach Saison und Angebot auf dem Markt. „Ich koche mediterran mit französischem Akzent“, beschreibt Corrado sein Wirken am Herd. Gern verwendet er die Originalkräuter, zum Beispiel aus der Provence. Gelegentlich fährt das Paar in die südeuropäische Heimat und bringt natürlich auch besondere Zutaten mit. „Und vor allem gute Weine“, ergänzt Patricia Cafaro, die sich vorwiegend um den Service im Restaurant kümmert. Corrado und Cafaro betreiben das Lokal allein, beschäftigen lediglich eine Spülhilfe.

Das Besondere an ihrem Lokal sei die einfache, persönliche Atmosphäre, erklärt Corrado. „Hier treffen sich die Nachbarn, kommen miteinander ins Gespräch. Einmal haben sich die Gäste so wohlgefühlt, dass sie bis sechs Uhr morgens geblieben sind“, schmunzelt der Gastronom mit den italienischen Wurzeln. Und auch er und seine Frau fühlen sich wohl in ihrem Restaurant und werden deshalb auch Heiligabend geöffnet haben. „Die Gäste sind unsere Familie, mit ihnen wollen wir Weihnachten feiern“, ist sich Patricia Cafaro sicher.